Etwa 5500 Menschen haben seit dem Beginn der Saison Anfang Juni das Freibad im Zuckerdorf Klein Wanzleben besucht. Der Freibad-Förderverein hofft weiter auf gutes Wetter und viele Besucher.

Klein Wanzleben l Mit einem Fest will Klein Wanzleben am ersten August-Wochenende des nächsten Jahres das 60-jährige Bestehen seines Freibades feiern. "Ob wir das Freibadjubiläum zusammen mit dem Zuckerfest begehen, steht noch nicht fest. Das werden der Kulturverein, der Förderverein des Freibades und der Sportverein noch entscheiden", sagt Horst Flügel (parteilos), Ortschaftsbürgermeister von Klein Wanzleben. Wahrscheinlich werde es auf einen Feiertermin im August hinauslaufen, um die Kräfte der Vereine zu bündeln und zu nutzen.

Dass die Klein Wanzleber und Einwohner umliegender Dörfer noch ihr Freibad zum Abkühlen im heißen Sommer nutzen können, haben sie dem Förderverein des Bades zu verdanken. Dieser Verein ist vor drei Jahren aus der Bürgerbewegung "Rettet das Freibad!" heraus entstanden und sichert seit diesem Zeitpunkt die jährliche Badesaison ab. "Dafür sind jedes Jahr zwischen 5000 und 6000 Euro nötig", nennt Flügel den finanziellen Bedarf zum Absichern der Badesaison. Zudem rufe der Förderverein die Klein Wanzleber vor und nach der Saison im Bad zu Arbeitseinsätzen auf, um die etwa 10000 Quadratmeter große Fläche mit Schwimmbecken, Spielplatz, Beachvolleyballanlage und Bolzplatz zu pflegen.

Mit Unterstützung der Stadt Wanzleben, in deren rechtlicher Trägerschaft sich das Freibad Klein Wanzleben befindet, gelingt es dem Förderverein weiterhin, am Freibad nötige Reparaturen durchführen zu lassen. In diesen Tagen soll das Gitter über den Wasserabläufen am Beckenrand erneuert werden. Es sei wegen des fortgeschrittenen Alters an etlichen Stellen defekt und stelle für die Badegäste eine Verletzungsgefahr dar, begründet Bürgermeister Flügel die nötigen Reparaturarbeiten. Die Erneuerung des Gitters kostet 8000 Euro. 2500 Euro bringe der Freibad-Fördeerverein auf. Den Rest der Instandsetzungskosten steuere die Stadt Wanzleben bei.

Wie Schwimmmeister Jan Flügel berichtet, haben seit Beginn der diesjährigen Badesaison Anfang Juni etwa 5500 Menschen das Freibad Klein Wanzleben besucht. "Das ist ein guter Schnitt, wenn man bedenkt, dass im Juni fast nichts passierte", schätzt er ein. Er hoffe bis zum Ende der Sommerferien in drei Wochen auf sonniges Wetter, damit er und Kassiererin Kerstin Thurau noch möglichst viele Badegäste begrüßen können. Jan Flügel und Kerstin Thurau sind bei der Kommune beschäftigt. Er im Bauhof und sie in der Kindertagesstätte Klein Wanzleben. Während der Badesaison, die in Klein Wanzleben von Anfang Juni bis Anfang September dauert, sichern die beiden Stadtangestellten den Betrieb ab.

Schwimmmeister Jan Flügel bietet während der Badesaison zwei Kurse für Kinder zum Schwimmenlernen an. Daran nehmen bis zu acht Mädchen und Jungen im Alter von sechs Jahren teil. Während der eine Kurs bereits stattgefunden hat und von allen Teilnehmern erfolgreich mit dem Ablegen des Schwimmabzeichens "Seepferdchen" beendet wurde, beginnt der zweite Lehrgang in diesen Tagen. Wenn sich das Wetter zum Wochenende hin bessert, werden die Knirpse von 10 bis 12 Uhr ihre ersten Erfahrungen im Wasser machen. "Es ist besonders wichtig, dass unsere Kinder Schwimmen lernen", ist sich Bürgermeister Horst Flügel sicher. Erst vor wenigen Tagen habe er bei einem Urlaub an der Ostsee erleben müssen, wie Menschen ertrunken sind.

Vater Horst und Sohn Jan Flügel finden übereinstimmend, dass das Freibad Klein Wanzleben einen "sozialen Zweck erfüllt". Deshalb seien die Eintrittspreise familienfreundlich gehalten. Und deshalb wolle der Förderverein das Freibad weiter für die Zukunft und für die Klein Wanzleber erhalten.