Zu einem Großeinsatz sind am Dienstagabend die Oschersleber Ortsfeuerwehren zum Krankenhaus Neindorf gerufen worden. Der Alarm stellte sich als eine Übung heraus.

Oschersleben l Am Dienstagabend gegen 18 Uhr war die Oschersleber Innenstadt von Blaulicht und Martinshorn erfüllt. Die Freiwillige Feuerwehr der Bodestadt war mit all ihren Fahrzeugen ausgerückt. Als dann auch noch die Hordorfer Feuerwehr mit zwei weiteren Einsatzfahrzeugen Oschersleben passierte, war für die Passanten klar: "Die werden wohl mal wieder zu einem Großbrand ausrücken."

Auch die Wehren Neindorf, Beckendorf, Altbrandsleben und Hornhausen sind um 17.55 Uhr alarmiert worden. Ziel der Einsatzkräfte war das Krankenhaus in Neindorf. Kurz nach 18 Uhr waren hier 75 Feuerwehrleute mit 16 Fahrzeugen vor Ort. In einer Teeküche im zweiten Obergeschoss des alten Bettenhauses der Bördeklinik war ein Feuer ausgebrochen. "Zwei Aufgaben waren zu erledigen: Erstens mussten 16 Personen evakuiert und zweitens der Brand gelöscht werden", erklärte der Einsatzleiter Sven Könnecke, der auch Oscherslebens Stadtwehrleiter ist.

Allen Kameraden war zwar bewusst, dass es sich hierbei glücklicherweise um eine Übung handelte. Und trotzdem ging alles sehr flink: Die Drehleitern wurden positioniert und Schläuche ausgepackt und ausgerollt. Die ersten Einsatzkräfte in Atemschutzausrüstung betraten das Gebäude. Derweil richteten die Rettungskräfte des Malteser Hilfsdienstes eine Verletztensammelstelle ein.

"Der Einsatz verlief erfolgreich. Ein paar kleine Fehler sind zwar gemacht worden. Diese soll eine solche Übung ja auch aufzeigen, um sie abstellen zu können", sagte der Stadtwehrleiter. "Wir können insgesamt sehr zufrieden sein."

So sah es auch die Bördeklinik Neindorf. "Die Brandschutzübung ist aus unserer Sicht sehr erfolgreich gewesen", erklärte die Sprecherin Caterin Schmidt. Der Leerstand des Bettenhauses 2 habe es erlaubt, den Einsatz mit verschiedenen Szenarien sowie mit allen im Ernstfall beteiligten Feuerwehren der Umgebung realistisch zu gestalten. "Im Vorfeld hatte dazu ein enger und kooperativer Austausch mit den öffentlichen Einrichtungen stattgefunden", erklärte Schmidt weiter. Aus ihrer Sicht habe auch das Klinikpersonal schnell und richtig reagiert und aufgezeigt, "welche Abläufe im Brandfall bereits reibungslos funktionieren und in welchen Bereichen wir uns noch verbessern können. Daher möchten wir uns bei allen freiwilligen Helfern und den über 70 Kräften vor Ort bedanken."

Als sich der Großeinsatz nach etwa eineinhalb Stunden dem Ende näherte, begannen die Aufräumarbeiten. Die Kameraden befreiten sich aus den schweren Schutzanzügen, Schläuche wurden aufgerollt, leichte und schwere Löschtechnik in den Einsatzfahrzeugen verstaut und eine letzte Besprechung abgehalten. Schon gegen 20 Uhr verließen die letzten Fahrzeuge das Gelände der Bördeklinik in Neindorf und nichts erinnerte mehr an das geschäftige Treiben.

   

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