Die Vorwürfe von Bürgern zu einem Einsatz während eines Dachstuhlbrandes in Hadmersleben hat jetzt auch der Landesfeuerwehrverband kommentiert. Dessen stellvertretender Vorsitzender Erich Wasserthal verbürgt sich für die Oschersleber Kameraden.

Hadmersleben l "Dass hier ein Dachstuhl abbrannte, ist für die betroffenen Bürger schon schlimm genug und der entstandene Schaden schwer zu verkraften", stellte Erich Wasserthal klar. "Wenn aber von den `sachverständigen Sensationsbeobachtern` der Ablauf des Einsatzes der Feuerwehr, ohne die Fakten überhaupt beurteilen zu können, kommentiert wird und damit bestimmte Fragen in den Raum gestellt werden, dann schlägt das dem Fass den Boden aus", machte sich der stellvertretende Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt gegenüber der Volksstimme Luft. Mit wenigen Worten werde das Ansehen und die ehrenamtliche Arbeit der freiwilligen Feuerwehr verunglimpft. "Nach den mir vorliegenden Angaben waren die Kameraden innerhalb der vom Gesetzgeber vorgegebenen Frist vor Ort", sagte Wasserthal weiter. Demnach dürfen zwischen Alarmierung der Kräfte und deren Eintreffen am Einsatzort nicht mehr als zwölf Minuten vergehen. "Und wenn dann noch 40 Einsatzkräfte das Ereignis bekämpfen, kann man hier nur den Hut ziehen", bekräftigte der Vize-Verbandsvorsitzende.

Oscherslebens Stadtwehrleiter Sven Könnecke merkte unterdessen an, dass in einer ersten Meldung, den eine Anruferin in der Leitstelle abgesetzt habe, nur von einem Heckenbrand die Rede gewesen sei. "In solch einem Fall wird ganz anders alarmiert", erklärte Könnecke. Erst beim Eintreffen der Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Hadmersleben und Alikendorf hätte sich das Ausmaß des Brandes ganz anders dargestellt, als zuvor angenommen, so dass weitere Kräfte aus Oschersleben, Groß Germersleben und Wanzleben angefordert worden seien. Außerdem stützte der Stadtwehrleiter die Aussagen des Einsatzleiters Carsten Loof. Er hatte auf die Kritiken von Hadmerslebern reagiert und betont, dass die Brandbekämpfung sehr gut abgelaufen sei.

Beobachter hatten der Feuerwehr zumindest eine Mitschuld am Ausmaß des Dachstuhlbrandes vor einer Woche in Hadmersleben gegeben. Demnach seien zu wenige Kameraden vor Ort gewesen und der Aufbau der Löschwasserversorgung hätte zulange gedauert. In diesem Zusammenhang wurde bemängelt, dass ein Pool mit 40000 Litern Wasser im Garten hinter dem Haus nicht als Löschwasserquelle genutzt worden sei. Diesen Vorschlag hatte Loof gegenüber der Volksstimme als "taktisch unsinnig" bezeichnet und begründete dies unter anderem mit viel zu langen Wegen sowie der Verschwendung kostbarer Zeit und wichtiger Ressourcen. Sven Könnecke stützte Loofs Aussage und fügte hinzu: "Die Kameraden mit Sack und Pack durch ein brennendes Objekt zu schicken, hätte in diesem Fall Leib, Leben und Ausrüstung gefährdet."

Besonders ärgere ihn, dass bei "der doch so hohen Fachkenntnis unter den Bürgern die Personaldecke der Feuerwehr gerade in Hadmersleben so dünn" sei. Deshalb lädt Stadtwehrleiter Könnecke Interessenten zu den regelmäßigen Dienstabenden in das Gerätehaus ein, die jeden zweiten Freitag im Monat stattfinden und immer öffentlich seien.

Erich Wasserthal indes wünscht sich von jenen Hadmersleber Bürgern, die die Oschersleber Feuerwehren für ihren Einsatz so kritisierten, ein Umdenken im Kopf. "Denn nachdem, was die Kameraden hier geleistet haben, ist das wohl mindestens eine Entschuldigung wert."

 

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