Der Protest von Bürgern hat am Dienstag den Erörterungstermin zum geplanten Bau einer Hähnchenmastanlage bei Stemmern begleitet. Die Erörterung fand nicht im Sülzetal statt, sondern in Eggersdorf im benachbarten Salzlandkreis.

Sülzetal/Eggersdorf l Genau 1624 Einwendungen von Bürgern im Genehmigungsverfahren zum Bau einer Hähnchenmastanlage bei Stemmern hat das Landesverwaltungsamt zugelassen. Diese Einwendungen werden seit Dienstag bis zum Donnerstag beim sogenannten Erörterungstermin in der Bördelandhalle Eggersdorf im benachbarten Salzlandkreis zwischen Einwender, Investor und Landesverwaltungsamt diskutiert. Eigentlich sollte der Termin in der Festhalle Altenweddingen stattfinden, doch hatte ihn das Landesverwaltungsamtes wegen des großen öffentlichen Interesses und der hohen Anzahl der Einwendungen nach Eggersdorf verlegt.

Vor der Tagungsstätte hatten die Ortsgruppe des Bundes Umwelt und Naturschutz (BUND) Sülzetal sowie die Bürgerinitiative gegen die Mastanlage Bördeland den Widerstand organisiert. An Informationsständen informierten sie über die Gefahren der Massentierhaltung für Mensch und Umwelt. Kinder und Erwachsene gestalteten ein großes Protestplakat gegen die Hähnchenmastanlage, das sie später den Vertretern des Landesverwaltungsamtes übergeben wollten.

Punkt 10 Uhr begann mit der Begrüßung durch Marita Rienecker, Referatsleiterin im Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle, der Erörterungstermin. Ziel dieses Erörterungstermins sei es, dass die Bürger ihre schriftlichen Einwendungen gegen den Bau der Hähnchenmastanlage noch einmal mündlich präzisieren können, sagte Rienecker. Ebenso könne sich der Antragsteller, die Agrar- und Milchhof GmbH Stemmern, die die Hähnchenmastanlage auf ihrem Grund und Boden bauen möchte, zu den Einwenden der Bürger äußern. "Heute wird keine Entscheidung über den Antrag zum Bau der Hähnchenmastanlage getroffen", verdeutlichte Rienecker. Zum Abschluss des Bauverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz wird das Landesverwaltungsamt einem Bescheid erlassen, ob die Hähnchenmastanlage gebaut werden dürfe oder nicht. Und gegen diesen Bescheid könne wiederum vor dem Verwaltungsgericht Magdeburg Klage eingereicht werden.

Mitglieder der BUND-Ortsgruppe Sülzetal marschierten mit einem Sarg in den Tagungssaal ein, auf dem zu lesen stand: "Hühnermast - Der Sargnagel für die Börde". Pressebeauftragte Beatrice Noczynski stellte eine Schubkarre mit stinkendem Mist vor Gerrit Tonkens, Geschäftsführer der Agrar- und Milchhof GmbH Stemmern, auf. Unter Protest verließen die Umweltschützer den Saal.

 

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