Bei der Traktor-Pulling-Premiere in Remkersleben haben sich am Sonnabend 20 PS-Giganten keinen Meter geschenkt und im Kampf um die längste "Schlittenfahrt" gehörig Gas gegeben. Das von den Mitgliedern des Feuerwehrfördervereins binnen 14 Tagen aus dem Boden gestampfte Ackerspektakel lockte mehrere hundert Besucher an.

Remkersleben l Nach der erfolgreichen Premiere der Remkersleber PS-Gaudi kündigen die Organisatoren bereits für nächstes Jahr die zweite Auflage an. Binnen 14 Tagen hatten die Mitglieder des Feuerwehrfördervereins mit Landwirten der Region und Freunden alter Landtechnik das Ackerspektakel am Ortseingang ins Leben gerufen. Und das die spontanen Ideen meistens auch die besten sind, sollte sich auch am Sonnabend wieder einmal als richtig erweisen.

Doch danach hatte es anfangs mit dem Starkregen am Freitag und dem Schauer am Sonnabendvormittag noch nicht ausgesehen. "Im Vorfeld hat es gegossen wie aus Kübeln. Wir standen tatsächlich kurz davor das Ganze abzusagen", berichtet Rigo Klapa als Vorsitzender des Feuerwehrfördervereins (60 Mitglieder).

Doch Ende gut, alles gut. Mit dem Startschuss für das Traktor-Schlitten-Rennen hielt ab Mittag auch das Wetter. Und lockte hunderte Besucher an. "Mit dieser tollen Zuschauerresonanz haben wir bei diesem Wetter ehrlich gesagt nicht gerechnet. Dass das Spektakel so gut ankommt, freut uns sehr", sagte Rigo Klapa sichtlich gerührt.

20 Starter zog es in vier verschiedenen PS-Klassen auf die 100 Meter lange Piste. Die Acker-Giganten schenkten sich auch beim zweiten Durchgang selbst unter extremsten Belastungen keinen einzigen Meter. "Und genau um jeden einzelnen gefahrenen Meter geht es hier", merkt Günther Fahlberg von der Rennleitung an. Die Herausforderung des Wettstreits lautete dabei: Jeder Schlepper muss versuchen, den schwerbeladenen Schlitten so weit wie möglich über das Feld zu ziehen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn der Schlitten, auf dem während der Fahrt der Gewichtsschwerpunkt peu á peu verändert wird, gräbt sich dadurch wie ein Pflug in den Boden und schiebt dabei einen Erdwall vor sich auf.

Derjenige, der trotz der Bremslast in seiner Klasse die längste Feldfahrt absolvierte, gewann das Acker-Rennen.

In der Klasse bis 50 PS fuhr Silvio Lauenroth vor seinem Vater Günter den Sieg ein. In der Klasse 50 bis 100 PS wurde Marcel Kosub Erster, Jürgen Göllner Zweiter und Ingolf Reinhardt Dritter. Mathias Lauenroth gewann die Klasse der 100 bis 150 Pferdestärken. Zweiter wurde hier Ronny Reinhardt, dritter Günter Lauenroth. In der vierten, sogenannten "offenen" PS-Monster-Klasse hatte Ulf Rybarczyk die Nase um eine Motorlänge vorn, dicht gefolgt von Michel Mattern und Silvio Lauenroth. Als jüngster Teilnehmer erhielt der zwölfjährige Leon Jeserick aus Domersleben ebenfalls einen Pokal. Seinen eigenen 100-PS-starken Traktor hat er von seinem Papa geschenkt bekommen. Uwe Jeserick hatte den Riesen damals für 500 Euro vor der Schrottpresse gerettet und Stück für Stück wieder aufgebaut. "Bereits als Neunjähriger ist Leon mit dem ,ZT 323A` beim Wettpflügen in Groß Rodensleben erfolgreich an den Start gegangen", erzählt der 48-Jährige stolz. In der Nachbargemeinde soll übrigens der nächste Schlepper-Wettbewerb eingeläutet werden. Das Erntedankfest samt Oldtimerpflügen steigt in Groß Rodensleben vom 3. bis 5. Oktober - traditionell rund um Helmeckes Halle.

   

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