BerlinerChaussee l Autofahrer haben sich inzwischen leidlich daran gewöhnt: Die B1 im Osten der Stadt ist Dauerbaustelle. Inzwischen wird im vierten von insgesamt fünf Bauabschnitten gebuddelt - auf rund 550 Metern zwischen Stadion Neue Welt und Friedensweiler. Seit 20. Juni ist dieser 4. Abschnitt offizielles Baufeld der Strabag. Das Unternehmen will, wie Bauleiter Thomas Vogt sagte, alles daran setzen, das fertige Projekt pünktlich abzuliefern. Das soll vor Weihnachten so weit sein, sagte Vogt der Volksstimme. "Wir würden das auch in der Hälfte der Zeit schaffen, aber nur, wenn der Verkehr umgeleitet wird und wir freie Bahn hätten", stellt der Bauleiter fest. Doch das ist praktisch unmöglich, die B 1 fungiert unter anderem als Umleitungsstrecke bei Staus oder Unfällen auf der A2.

Also heißt das Ziel: zügig bauen und den Verkehr dennoch möglichst flüssig vorbeiführen. Anders als der Vorgängerbetrieb im dritten Bauabschnitt hat die Strabag jetzt zuerst die Südseite mit dem sogenannten Sommerweg (südliche Seitenbahn) angefasst. Eine Gasleitung wurde zunächst verlegt, jetzt ist der Ausbau so weit vorangeschritten, dass in den nächsten Tagen die Asphaltschichten aufgetragen werden können. "Die Strabag hat ein eigenes Konzept entwickelt, der Asphalt auf dem Sommerweg wird z.B. verstärkt, so dass der Verkehr während der weiteren Bauphase schon über den fertigen Belag rollen kann", erläutert Frank Sonntag vom Tiefbauamt. Vorteil: Das Kriechtempo von nur 10 km/h wie im vorangegangenen Bauabschnitt bleibt den Kraftfahrern erspart: "Der Untergrund ist einfach schon deutlich besser."

Sonntag kontrolliert als Projektleiter regelmäßig vor Ort den Fortgang der Arbeiten. Und er ist bis jetzt sehr zufrieden. "Wir liegen sehr gut in der Zeit, haben sogar Vorlauf", stellen er und Strabag-Bauleiter Thomas Vogt fest.

Voraussichtlich ab der kommenden Woche kann der Verkehr schon auf die Südseite umgelenkt werden. Danach beginnen die umfangreicheren Arbeiten im nördlichen Bereich. Ein neuer Regenwasserkanal wird gebaut, die Vorarbeiten dafür laufen bereits auf einem kleinen "Nebenschauplatz" abseits der Straße. Ein Bagger gräbt sich Meter um Meter in Richtung der angrenzenden Wiese vor. Hier soll ein weiteres Regenrückhaltebecken (das vierte von geplanten sechs) angelegt werden. Das Regenwasser, das bisher über Rohre in alte Gräben abgeleitet wurde, soll künftig in dem Becken landen und dort größtenteils verdunsten.

"Auf der Nordseite wird als Nächstes der neue Entwässerungskanal gelegt, er soll dann auch zügig an das neue Regenrückhaltebecken angeschlossen werden", so Sonntag. Der Fahrbahnausbau auf der Nordseite folgt. Es ist ein sehr guter Unterbau vorhanden, auf den nun insgesamt vier Asphaltschichten aufgetragen werden - die B 1 wird damit weiter fitgemacht für die höchste Belastungsstufe und den perspektivischen Ausbau auf vier Spuren.

Jetzt erfolgt - wie schon auf den vorangegangenen Abschnitten ab der Kreuzung Hammelberg - zunächst der Ausbau auf einer Breite von drei Spuren (9 Meter gesamt). Gefahren wird aber auch hier künftig erst mal nur auf einer Spur pro Richtung.

Wenn denn der vierte Abschnitt fertig ist. Bis dahin wird den Autofahrern noch Geduld abverlangt. Und Tempo 30 maximal, während sich daneben die Asphaltarbeiter schaffen. Nach Kanal- und Straßenausbau folgt noch der Bau des nördlichen Geh- und Radweges sowie der Beleuchtung. Aber spätestens zum Fest soll es eine schöne Bescherung geben: Freie Fahrt auf der B 1/Berliner Chaussee.

Zumindest bis zum Start des dann folgenden 5. und letzten Bauabschnitts 2013.