Ein besonders schlammiges Projekt ist in Oschersleben gerade auf seiner Zielgeraden angelangt. Im Auftrag der Stadtverwaltung wird derzeit das Vorbecken des Regenwasserrückhaltesystems am Hubschrauberlandeplatz im äußersten Südosten der Stadt saniert.

Oschersleben l Ein riesiges, rund 50 mal 100 Meter großes und bis zu sieben Meter tiefes Loch klafft am Lehnertsgraben im Südosten Oscherslebens. Es riecht streng nach vermodertem Schlamm. Ein großer weißer Bagger wühlt sich durch den Morast und vollführt dabei waghalsig anzuschauende Manöver. Die Recycling und Sanierung GmbH aus Thale (RST) ist gerade dabei, das Vorbecken des Regenwasserrückhaltesystems zu sanieren. "Seit zwei Wochen laufen die Arbeiten. Jetzt ist ein Ende abzusehen", erzählt der RST-Projektleiter Rainer Gösel.

Das Becken fängt das Regenwasser aus dem gegenüberliegenden Gewerbegebiet auf, das über einen Graben zugeleitet wird. Hier sollen die im Wasser enthaltenen Schwebstoffe auf den Boden fallen, während das saubere Oberflächenwasser über eine sogenannte Tauchwand in den nächsten Teich "überläuft". "Die Sedimentablagerungen waren im Vorbecken allerdings schon so hoch, dass verschmutztes Wasser über die Tauchwand zu fließen drohte", erklärt die Assistentin der Geschäftsführung des Thalenser Betriebes, Christin Becker.

Deshalb sei die Sanierung notwendig geworden. Und diese sah wie folgt aus: Zunächst musste der weitere Wasserzufluss aus dem Graben durch die Errichtung eines Dammes gestoppt und das Vorbecken leer gepumpt werden. Anschließend sollte die fast einen Meter hohe Schlammschicht mit Baggern entfernt werden. "Doch wir hatten mit einem ernsthaften Problem zu kämpfen", berichtet Christin Becker und führt weiter aus: "Das Grundwasser ist hier höher, als wir angenommen hatten. Dadurch war der Schlamm sozusagen zu wässrig, um ihn abtransportieren zu können." Nur durch den Zusatz von 150 Tonnen Kalk konnte der Morast gebunden und anschließend weggebaggert werden. "Rund 750 Tonnen, also etwa 30 Lkw-Ladungen, kamen so zusammen und wurden nach Thale in unsere Niederlassung gebracht", erklärt Projektleiter Gösel. Dort sollen die Massen an Schlamm nun aufbereitet und weiterverarbeitet werden.

"Rund 60000 Euro haben wir in das Vorhaben investiert. Die Mittel stammen aus der Niederschlagswassergebühr", sagt Steffen Czerwienski, Leiter des Baubetriebsamtes Oschersleben. Sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen müssen diese Gebühr abführen. Die Erhebung ist in einer Satzung geregelt.

Nun stehen die letzten Arbeiten am System an. Laut Rainer Gösel muss der Graben noch vollständig entleert werden und die Tauchwand bekommt neue Holzbohlen. Letzteres sei allerdings von der Stadt zu leisten.