Wachablösung am Gemeindebüro in Ummendorf: Gemeindearbeiter Wilfried Heinrichs (63) ist am Freitag in den Ruhestand verabschiedet worden. Neuer Mann für alles im Dorf ist der 44-jährige Mathias Wöhle

Ummendorf l Freitagnachmittag - Feierabend. Für Wilfried Heinrichs endgültig. Frohgelaunt ging der langjährige Gemeindearbeiter ins längste aller Wochenenden. Vom heutigen Montag an übernimmt Mathias Wöhle das Steuer des kommunalen Multicars. Die "Allerfrösche" waren für einen Abschieds- und Willkommensgruß vom Kindergarten zur Jugendbauhütte gekommen - und natürlich die Ummendorfer Schalmeienkapelle, deren Anführer Wilfried Heinrichs ist (und weiterhin bleibt). Frisch vom Bürgermeister verabschiedet, stimmte Heinrichs in den fröhlichen Instrumentalchor seiner Musikerkollegen ein, spielte sozusagen ein Stück weit für sich selbst mit, aber eben auch zur Begrüßung seines Nachfolgers.

Seit April 2001 war Heinrichs nicht nur Kapellmeister der 1997 von ihm gegründeten Vereinsgruppe, sondern vollumfänglich als "Haus- und Hofmeister" bei der Gemeinde angestellt. "Begonnen hat es noch früher", blickte Bürgermeister Reinhard Falke zurück. "Wilfried war von Juni 1998 bis August 2000 in einer geförderten Strukturanpassungsmaßnahme für uns tätig, hat in dieser Zeit den Jugendclub geleitet und dort auch den Nachwuchs für die Musik begeistert." Es folgten ein befristetes Arbeitspapier und schließlich die Vollzeitstelle als Gemeindearbeiter, die am 31. Juli nun in den Ruhestand mündete. "Er hat aber noch einen Monat als geringfügig Beschäftigter weitergemacht, um uns den nahtlosen Übergang zu ermöglichen", so Falke und zollte seinem jetzt ehemaligen Mitarbeiter Respekt: "Du hast hier im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen. Ich bin für die gute Zusammenarbeit mit den dazugehörigen Reibungspunkten sehr dankbar."

Im Namen der Bürger und als ehemalige Gemeinderätin brachte auch Bärbel Salewski große Anerkennung zum Ausdruck: "Nach meiner persönlichen Einschätzung ist der Gemeindearbeiter neben dem Bürgermeister die wichtigste Person im Dorf - und sie steht unter ständiger Beobachtung von tausend Augen. Vielen Dank für die Zeit, in der du uns mit unseren verrückten Ideen begleitet hast."

Die lähmende Langeweile indes befürchtet Wilfried Heinrichs keinesfalls: "Die werde ich nicht haben, ich habe drei Kinder und vier Enkel, die mich auf Trab halten, ich bleibe der Musik treu, und es gibt auch zu Hause genug zu tun, das reißt nicht ab." So nimmt Heinrichs rundum glücklich den Hut. Gleichermaßen Freude bei seinem Nachfolger Mathias Wöhle. Die Gemeinde hat sich unter 15 Bewerbern für den Ummendorfer entschieden. Er meinte: "Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass es geklappt hat, habe mich auch schon etwas eingearbeitet."

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