Ein hörenswertes Konzert ist den Besuchern am Sonnabend in der St.-Laurentius-Kirche Seehausen geboten worden. Die Gruppe "Wolken Brücken" trat im Rahmen des Grenzgängerfestivals in Seehausen auf und zog über 150 Zuhörer in ihren Bann.

Seehausen l Das Kleinkunstfestival Grenzgänger gibt es seit 18 Jahren. Die Idee des Grenzgangs liest sich wie folgt: "Kirchen sind Gotteshäuser. In ihnen trifft sich die Gemeinde zum Gottesdienst. Kultur findet in großen Konzerthallen und Theatern statt. Kommunikation erfolgt über das Internet. Gottesdienste allein sind für viele Menschen kein Anreiz mehr, eine Kirche zu besuchen. Mit dieser Situation wollte sich ein kleiner Kreis engagierter Christen zum Ende des letzten Jahrtausends nicht mehr abfinden. Die Idee des Grenzgangs war entstanden."

Moonshadow - Eine Cat Stevens Musikbiografie

"Wolken Brücken" gastierten am Sonnabend mit ähnlich großem Erfolg wie vor einem Jahr erneut in Seehausen, als ein Programm zur Kultfigur John Lennon ("Lennon was a Beatle") aufgeführt wurde.

Dieses Mal stand "Moonshadow - Eine Cat Stevens Musikbiografie" auf dem Programm. Mit seinen sensiblen, bewegenden Songs - Morning has broken, Lady d`Arbanville, Father and Son, Wild World, um nur einige zu nennen - gelangte Cat Stevens zu Weltruhm, bis er sich ganz plötzlich vom Musikgeschäft zurückzog und erst 30 Jahre später wiederkam.

Mit frischen, leidenschaftlichen Akustikversionen seiner Welthits sowie spannenden Stories und Lyrics zeichnen "Wolken Brücken" die ungewöhnliche Biografie von Cat Stevens nach, von den Anfängen bis zu seinem Comeback 2006. So entsteht das Bild eines Ausnahmekünstlers auf der Suche nach sich selbst, dessen Musik die Menschen bis heute begeistert und inspiriert. Ein bewegender und vielschichtiger Mix aus Musik und Poesie.

Die Hoffnung der Organisatoren auf große Resonanz sollte am Sonnabend wieder erfüllt werden. Über 150 Zuhöher fanden den Weg in die Laurentius Kirche. Dr. Helmut Schröder, Mitglied des Fördervereins, sprach zu Recht von einer gelungenen Veranstaltung nicht nur für Seehausen, sondern für die gesamte Region. Heimatverein und hiesige Feuerwehr haben geholfen. "Solche Veranstaltungen sind kulturelle Höhepunkte, aber auch für die Sanierung und Wiederbelebung unserer St.-Laurentius-Kirche eine unabdingbare Quelle für notwendige Eigenmittel."

Konzept der "offenen Kirche" geht voll auf

Seitdem die Laurentius-Kirche wieder ein Dach hat, ist zu konstatieren, dass das Konzept des religiös-kulturellen Zentrums der "offenen Kirche" voll aufgeht. "Die partiell sanierte und wiederbelebte Stadtkirche wird immer mehr zum religiösen und kulturellen Zentrum unserer kleinen Bördestadt und spiegelt in einzigartiger Weise eben diesen Grenzgang wider", sagt Dr. Helmut Schröder.

Am 19. Dezember 2000 wurde der Förderverein Seehäuser Kirchen von 40 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Ziel war, die Ruine der Laurentius-Kirche mit einem Dach zu versehen. "Im ersten Jahr wurden 16000 DM gespendet", verrät Eckhard Jockisch, Seehausens Bürgermeister. Diese Gelder wurden unter anderem in den Neuguss einer Glocke sowie die Vergoldung der Kirchturmspitze mit investiert.

"Im Laufe der Zeit wurde deutlich, dass Maßnahmen zur Rekonstruktion der Kirche mehrere Jahre beanspruchen werden. Zehn Jahre vergingen, ehe das Dach montiert war", so Eckhard Jockisch. Mit dem letzten eigenständigen Stadtratsbeschluss vor Schaffung der Einheitsgemeinde konnten 177000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt werden.

"Den Vorständlern von Gemeindekirchenrat und Förderverein Seehäuser Kirchen Dr. Ulrike und Dr. Helmut Schröder ist es in hohem Maße mit zu verdanken, dass sich bis zum heutigen Tage in Sachen Kirchensanierung so viel getan hat", sagt Seehausens Ortsbürgermeister.

Der Spendenfluss hielt auch am Sonnabend an. Viele Aktivitäten sind in der Zukunft erforderlich, um die Rekonstruk- tionsarbeiten fortzusetzen. "Wir hoffen, dass bis Weihnachten die vier gotischen Fenster aufgearbeitet und eingesetzt sind. Diese Arbeiten werden etwa 100000 Euro kosten", erzählt Eckhard Jockisch.

Nicht unerhebliche Fördermittel für beispielsweise die Turmsanierung und Dacheindeckung wurden bislang vom Leader-Programm, dem Kirchenkreis und Eigenanteilen des Fördervereins bereit gestellt.

"Die Unterstützung unseres Projektes durch Leader bringt nachhaltige Belebung für den ländlichen Raum. Bislang sind weit über 500000 Euro alles in allem in die Rekonstruktion der Stadtkirche in den letzten fünf Jahren geflossen. Unser Ziel ist es, auch künftig durch zahlreiche Aktivitäten Spendengelder zu generieren", wirbt Dr. Helmut Schröder.

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