Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht hat am Montag in Oschersleben zehn sogenannte Regionalbereichsbeamte in ihre neuen Aufgaben eingeführt. Sie sollen Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Sechs Regionalbereichsbeamte verrichten bereits ihren Dienst im Landkreis, zehn weitere sollen bis spätestens Oktober folgen.

Oschersleben l "Damit ist die Polizei wieder zurück bei den Menschen", ist sich Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sicher und verspricht den Beamten eine anspruchsvolle und spannende Aufgabe.

Selbstkritisch stellte er jedoch auch fest, dass die jeweiligen Polizisten zuvor in einem anderen Aufgaben- bereich arbeiteten und nun Kollegen in die frei gewordenen Lücken springen müssten. Im Klartext heißt das, dass ein erhöhtes Sicherheitsgefühl bei den Bürgern nicht etwa durch mehr Beamte erreicht werden soll, sondern durch erhöhten direkten Kontakt mit Bürgern, Vereinen oder Institutionen. Stahlknecht betonte dabei jedoch sein Ziel, die Zahl der Polizisten im Lande von derzeit 5000 auf 5800 zu erhöhen. In Bezug auf die klammen Kassen sagte er: "Wir müssen uns der Herausforderung stellen und das Beste aus den Rahmenbedinungen machen. Doch ist festzustellen, dass wir in einem sicheren Sachsen-Anhalt leben."

Die Regionalbereichsbeamten werden laut Inneministerium "im Zuge der Organisationsfortentwicklung der Polizei Sachsen-Anhalts künftig in allen Einheits- und Verbands- gemeinden sowie den kreisfreien Städten eingesetzt". Ihre Anzahl richte sich nach der jeweiligen Einwohnerzahl. Sie sollen vor allem auf der Straße unterwegs sein. Manche vergleichen sie mit dem Abschnittsbevollmächtigen, kurz ABV, aus DDR-Zeiten.

Laut desLeiters des Polizeireviers Börde in Haldensleben, Jörg Gebur, sind seit dem Sommer bereits sechs Regionalbereichsbeamte in den Gemeinden Elbe-Heide, Barleben und Hohe Börde im Einsatz. Seit gestern sind nun auch Katrin Hörnlein und Peter Hartling in Oschersleben, Lothar Pott und Peter Zaehle in Wanzleben sowie Carolin Scharenberg und Matthias Lütkemüller in Oebisfelde-Weferlingen unterwegs. In der Oberen Aller stehen Bianca Kitzel-Wartenberg und Hans-Uwe Heidecker den Bürgern als Regionalbereichsbeamte zur Verfügung und in der Westlichen Börde Michael Bölke und René Krätzig. Weitere zehn Beamte für die Bereiche Haldensleben, Wolmirstedt, Sülzetal, Barleben und Niedere Börde sollen spätestens ab Oktober ihre neuen Aufgaben versehen. Die Koordination soll künftig Anja Ristock vom Revier in Haldensleben aus übernehmen. Zudem betonte der oberste Polizist des Kreises, dass sich alle Beamten freiwillig für ihre neuen Einsatzbereiche gemeldet hätten.

"Die kommunale Ebene hat eine hohe Erwartungshaltung gegenüber der neu geschaffenen Struktur", betonte der ebenfalls anwesende Bürgermeister von Oschersleben, Dieter Klenke (parteilos). "Wir sind dankbar für die Schaffung einer neuen Qualitätsebene und unterstützen, wo wir können." So seien mit den Oschers- leber Kontaktbeamten bereits gemeinsame Bürgersprechstunden verabredet worden, die demnächst veröffentlicht würden. Der Fachdienstleiter Ordnung und Sicherheit des Landkreises Börde, Werner Hoffmann, begrüßte die Schaffung der Regionalbereichsbeamten und verspricht sich eine gute Zusammenarbeit vor allem mit den Ordnungsämtern der Gemeinden.

Die Beamten mit ihren neuen Aufgaben werden ab sofort vermehrt zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein und als fester Ansprechpartner für die Bürger dienen. "Wir fahren allerdings mit dem Dienst- wagen, weil unser Einsatzgebiet so groß ist", sagt die Regionalbereichsbeamtin für Oebisfelde-Weferlingen, Carolin Scharenberg. Sie freue sich auf den Dienst direkt am Bürger. Dagegen stehen die beiden neuen zweirädrigen Einsatzfahrzeuge für die Oschersleber Polizisten Katrin Hörnlein und Peter Hartling schon bereit. Für ihn als ehemaligen Kontaktbeamten ändere sich an seinem Dienst in der Öffentlichkeit nicht viel. "Ich habe während meiner Arbeit in den vergangenen Jahren schon viele Leute in der Stadt kennengelernt. Unser Dienst wird jetzt nur noch viel präsenter in der Öffentlichkeit wahrgenommen", sagt Härtling. Sein Aufgabengebiet umfasst unter anderem die Kontaktpflege zu Schulen, Unternehmen, Vereinen und Trägern der Jugendarbeit. Hier sollen sie als Ansprechpartner für polizeiliche Belange zur Verfügung stehen.

Zu erreichen sind die Regionalbereichsbeamten zum Beispiel über die Ordnungsämter oder das Revier in Haldensleben beziehungsweise der Kommissariate.

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