Vom Festakt bis zum Frühschoppen hat der Badeleber Männergesangverein "Frohsinn" für sich und seine Gäste ein Spektakel formiert, das gewiss in lebendiger Erinnerung bleiben wird. Das Wochenende im Villagarten war der erwünschte weitere Glanzpunkt in den weit zurückreichenden Vereinsannalen.

Badeleben l Große Gesangsfreude gibt es im kleinen Badeleben schon seit mindestens 135 Jahren. Im Dorf schrieb man den 1. Oktober 1879, als 20 der Musik verbundene Männer ihre Stimmen in einem Chor vereinten und offiziell den Männergesangverein "Frohsinn" aus der Taufe hoben. Die Jahreszahl 1879 tragen die Nachfahren der Gründer heute umso stolzer im Namen, betrachten sie es doch als Ehre und ein wenig auch als Privileg, eine solch lange Tradition weiterzuführen.

In seinem viertelstündigen Rückblick auf die nun bald vollen 135 Jahre ging Vorsitzender Udo Schliestedt natürlich gern auf die geradezu historisch gewachsene Bedeutung seines Vereins ein. "Zwischenzeitlich hatte der MGV sogar mehr als 140 Mitglieder", rekapitulierte er den personellen Spitzenwert, der den Gesangsahnen im vorigen Jahrhundert beschieden war. Heutzutage wären solche Zahlen utopisches Wunschdenken. Dennoch kann sich die Besetzung der stimmgewaltigen Gruppe durchaus sehen - und hören - lassen: "Der Verein umfasst aktuell knapp 40 Mitglieder, von denen die meisten auch aktiv mitsingen und darunter auch eine Frau, unsere liebe Chefin Birgit", so Schliestedt in Richtung Birgit Gollmer. Die beiden bilden die Doppelspitze aus Vereinsvorsitz und musikalischer Leitung übrigens seit bald 25 Jahren gemeinsam, haben 1990 ihre Ehrenämter angetreten und sorgen somit dafür, dass dem Verein im kommenden Jahr die nächsten Jubiläen ins Haus stehen.

Musiklehrerin Gollmer bringt viel Einfallsreichtum und Motivationskunst in die Chorarbeit ein - darüber sind sich "ihre" Männer einig. So nimmt es nicht wunder, dass sich das "Frohsinn"-Repertoire aus weit mehr als "Hoch auf dem gelben Wagen" schöpft. Kostproben davon mit Gänsehautgarantie lieferte die Sangesgemeinschaft beim Konzertnachmittag im Villagarten ab. Rund 250 Ohrenpaare lauschten wie gebannt den reizvoll arrangierten Intonationen der Rotröcke. Moderne Titel im vielfältigen Chorgewand - das kam beim Publikum wieder bestens an, und nicht minder beklatscht wurden die Darbietungen der Gastchöre aus Hötensleben, Sommersdorf, Hornhausen und Hamersleben.

"Was für ein Wochenende", suchte ein nachhaltig beeindruckter Vereinsvorsitzender gestern nach passenden Worten. "Es war von vorn bis hinten eine super Stimmung, eine tolle Beteiligung, alles hat geklappt, ich bin restlos begeistert", so Udo Schliestedt. Dankesworte adressierte er insbesondere an die Badeleber Feuerwehr, die Schminkfrauen, die Sponsoren, die ehemaligen Allertalgymnasiasten, die ein paar Ständchen brachten, und nicht zuletzt an Wolfgang Smolin: "Der Bürgermeister hatte die Schirmherrschaft übernommen und uns dadurch vieles abgenommen, was die Organisation anbelangte."

   

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