Weil es ein Schulstück ist, das diesmal gespielt wird, hat das Ummendorfer Burgtheater seine Aufführungstermine in diesem Jahr eng mit den Schulhöhepunkten verknüpft. Nach der Schuljubiläumswoche im Juni gibt es den spätsommerlichen Nachschlag nun pünktlich zum Schulbeginn.

Ummendorf l Es muss nicht auf Hitzefrei-Verhältnisse zusteuern, aber es sollte bitte auch nicht regnen - weder in Form von Niesel noch als Schauer. So wetterfühlig der Titel des aktuellen Burgtheaterstücks daherkommt, so wenig realen Bezug zu den äußeren Bedingungen haben die beiden Aufführungen am Wochenende nötig. Doch falls sich "Hitzefrei im Nieselregen" in der Wetterlage nicht vermeiden lässt, schützt immer noch das weite Segeldach im Burghof vor Sonnenstich und nassem Hintern.

Wie auch immer, dem treuen Publikum dürfte in jedem Fall gefallen, was es zu sehen bekommt. Rund 40 Darsteller, darunter eine ganze Schulklasse, drehen die Zeit zurück und landen im Jahr 1882. Zentrum des Geschehens ist die Dorfschule. Die ist noch recht neu, aber es herrschen die alten, strengeren Sitten, preußisch eben. Wenig übrig für den Rohrstock jedoch hat das junge Lehrerfräulein Dorothea, das nun voller Enthusiasmus seinen ersten Dienst antritt und damit, übers Klassenzimmer hinaus, eine ganze Reihe gesellschaftlicher Konflikte im Dorf anzettelt. Denn Dorothea bringt auch so manches Junggesellenherz in Wallung ...

Die Schulthematik hatte Autor Gunther Hirschligau bewusst gewählt, da es Wunsch der Gemeinde war, das Burgtheater in das Jubiläum "450 Jahre Schulbildung in Um- mendorf" einzubinden. Nicht minder gezielt fiel daher auch die Terminwahl für die Aufführungen aus, ganz nach der Devise, ein Schulstück solle auch mit den großen schulischen Ereignissen einhergehen, sprich an den Wochenenden des Jubiläumsund der Einschulung.

"Die Handlung ist wieder frei erfunden", erklärt Hirschligau, "an manche Persönlichkeiten der Ummendorfer Dorfgeschichte soll aber durchaus erinnert werden. Und es ist ein sehr humoriges Stück, auch wenn man das auf den ersten Blick anders vermuten könnte." Die Komödie ist in gewisser Hinsicht auch opulenter als ihre Vorgänger: mehr Statisten durch die bunt zusammengewürfelte Schulklasse Ummendorfer Kinder sowie eine Dauer von knapp zwei Stunden. Doch keine Sorge, mit Ausnahme der Darsteller wird niemand gezwungen, kerzengerade und mit gefalteten Händen sitzend aufzupassen.