Ein wahrer kleiner Sonnenblumenwald ist gerade der ganze große Gartenstolz von Ronald Ludewig aus Sommerschenburg. "Quasi aus Versehen", wie er sagt, seien ihm die Sprösslinge vom Frühjahr erst über den Kopf und nun auch über die Dachrinne gewachsen.

Sommerschenburg l Türmte man sämtliche strammen Korbblütler aus dem Ludewigschen Garten aufeinander, wäre das gelb-grüne Pflanzengestell wohl annähernd so lang wie der Commerzbank Tower in Frankfurt, mit 259 Metern der Rekordhalter unter den Wolkenkratzern Deutschlands. Knapp 50 kraftstrotzende Artgenossen der Gattung Helianthus recken sich dicht an dicht aus dem kleinen Beet empor, jede Blume mindestens vier, die meisten locker fünf Meter hoch. "Ich hätte das nicht für möglich gehalten", ist Ronald Ludewig verblüfft, "zumal das so gar nicht geplant war."

Der 55-jährige Unterburg-Anwohner ist nach eigenen Angaben alles andere als ein erfahrener Gärtner. Er habe "aus Lust und Laune heraus" frisch angefangen, die Wiese hinterm Haus als blumigen Garten herzurichten. "Kein sonderlich grüner Daumen", meint er mit prüfendem Blick, "sondern vermutlich einfach ein bisschen Glück mit dem Standort." Der ist sonnig, feucht und nährstoffreich, wie es die Heliantheae mögen. "Es ist es ein ausgeruhter Boden, was dem Wachstum der Sonnenblumen sicherlich sehr gut entgegenkam", stellt Ludewig fest. Die Aussaat der Kerne im Frühling sei eine "spontane Sache" gewesen, "weil noch Platz im Beet war."

Ein halbes Jahr später bestimmen die einstigen Keimlinge das malerische Bild am Unterburggraben und sind des Ziehvaters hellste Gartenfreude. "`Weil ich unter der Woche immer unterwegs bin, habe ich eines Abends, als ich nach Hause kam, echt ein Klappauge bekommen", erzählt er. Das mächtige Höhenwachstum seiner Saat war für ihn umso beeindruckender, da er das Ergebnis alle paar Tage neu begutachten konnte: "In letzter Zeit ging`s richtig ab, 50 bis 60 Zentimeter pro Woche. Jetzt habe ich gut zu tun, muss sie ständig abstützen, damit sie nicht umfallen."

Einzige Sorge Ludewigs: "Sie nehmen den anderen Pflanzen im Beet natürlich viel Kraft, das ist etwas schade, aber ich finde meinen kleinen Wald so toll, dass ich es für dieses Jahr dabei belasse." Für den Blütenblickfang, den er als feierabendlichen Genuss und Familienprojekt betrachtet, dankt Ronald Ludewig "vor allem meinen Jungs, die die Wochen über fleißig gegossen haben."

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