Wenn am Sonntag in Hornhausen das 6. Reitersteinfest gefeiert wird, dann können die Besucher auch auf eine Zeitreise gehen - auf eine Reise durch die Geschichte der Landwirtschaft des Bördedorfes.

Hornhausen l Noch am Mittwoch hatten die Mitglieder des Kirchturmfördervereins alle Hände voll zu tun, um das umfangreiche Material, welches zum Thema Landwirtschaft in Hornhausen zusammengetragen wurde, in einer Ausstellung zu gestalten. Am kommenden Sonntag muss alles fertig sein, denn dann wird in Hornhausen anlässlich des Tages des offenen Denkmals das 6. Reitersteinfest gefeiert. Jüngere wie ältere Besucher können dann nicht nur ein buntes Festprogramm erleben. Sie sind zudem willkommen, auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Landwirtschaft im Bördedorf zu gehen. Begleitend zur Ausstellung haben Eva Stannebein, Ingrid Kaselow, Inge Nahrstedt und Bernd Goltz auch eine Broschüre "Das Landleben in Hornhausen" gestaltet. Gut ein Jahr haben die Autoren daran gearbeitet.

In der Broschüre finden die Leser vielfältige Informationen rund um die Geschichte der Landwirtschaft in Hornhausen. Beispielsweise gibt es eine Auflistung von Feld- und Flurnamen früherer Jahrzehnte. So war die "Wonne" einst eine Gemeindewiese, wurde in der "Mörderbreite" ein Mord an einem Knecht aus Ottleben begangen, oder war der Schäfergarten von Pastor Salchmann gekauft und als Garten angelegt worden. Auch über die verschiedensten Feldwege kann nachgelesen werden. Dabei erfahren Interessierte, warum der Mühlen- oder Schachtweg auch als Hebammenstieg bezeichnet wurde. Ebenso wird in der Broschüre über ehemalige Wind- und Wassermühlen berichtet.

Mit Hilfe des mit zahlreichen Illustrationen versehenen Heftchens und beim Rundgang durch die Ausstellung im Hornhäuser Dorfgemeinschaftshaus können Interessierte verfolgen, wie sich die Landwirtschaft von der Dreifelderwirtschaft über die Höfe großer Grundherren, Bauernhöfe, der Bodenreform, LPG und bis zur Gegenwart weiter entwickelt hat. Heute gibt es in Hornhausen übrigens vier landwirtschaftliche Betriebe.

Gerade junge Leute werden mit dem "Rübenverziehen", mit dem sich ihre Großeltern herumplagen mussten, nichts mehr anfangen können. Ebenso wenig kennen sie das Hamsterroden oder gar das Rübensaftkochen. Selbst das Hausschlachten ist in den vergangenen Jahren immer mehr aus den Dörfern verschwunden. "Ich denke gerade für die jüngere Generation gibt es in unserer Ausstellung eine Menge zu entdecken. Und die Älteren können viele Erinnerungen an die oft auch schwere Arbeit auf den Feldern austauschen", ist sich Eva Stannebein vom Kirchturmfördervein St. Stephani sicher.

Neben zahlreichen Informationstafeln und Fotos in den Vitrinen werden auch alte Gerätschaften wie beispielsweise eine Rübengabel ausgestellt. Auch über Handwerksbetriebe, die unmittelbar mit der Landwirtschaft zu tun hatten, wie der Schmied oder Stellmacher, wird berichtet. Ausgestellt werden ebenso Getreidegarben verschiedener Getreidearten oder andere Feldfrüchte.

Extra für die Ausstellung wurde auch eine Erntekrone gebunden. Sie wird zum Erntedankfest dann ihren Platz in der Kirche finden. Ebenso ziert ein ganz besonderer Grenzstein die Exposition: Er wurde vor Jahren von einem Bauern beim Pflügen an der Gemarkung zu Ottleben geborgen. In den Stein ist die Aufschrift GH eingraviert. "Sie könnte für Grenze Hornhausen oder Grenzstein Hornhausen stehen", vermutet Bernd Goltz.

Das 6. Reitersteinfest am und im Dorfgemeinschaftshaus wird am Sonntag, 14. September um 11 Uhr eröffnet, die Ausstellungseröffnung folgt um 11.30 Uhr.

 

Bilder