Ein Investor plant in der Oschersleber Linden- straße den Bau eines Einkaufsmarktes. Zu diesem Vorhaben fordern nun die Mitglieder des Bauausschusses Nachbesserungen bei der Verkehrs- planung.

Oschersleben l Mit Beschluss des Stadtrates vom 4. Dezember 2013 wurde der Bebauungsplan für den Einkaufsmarkt in der Lindenstraße auf einen ersten Weg gebracht. Nun stand das Vorhaben wieder im Mittel- punkt der Diskussionen des Bauausschusses. Die Ausschussmitglieder sollten über die öffentliche Auslegung des Entwurfs des Bebauungsplanes befinden. Jedoch gibt es zum Entwurf für die Stadträte doch noch einige offene Fragen, die vor allem die künftige Verkehrsführung im Bereich Lindenstraße/Gartenstraße betreffen.

Mit dem Bau des Marktes würde der Investor eine Industriebrache inmitten der Stadt beseitigen. Auf dem Gelände befand sich einst eine Mosterei, die 1990 still gelegt wurde. Die Fläche grenzt an die Lindenstraße in unmittelbarer Nähe des Kreuzungsbereiches Gartenstraße und Berliner Straße. Auswirkungen hätte der Bau des Einkaufsmarktes bis in die Gartenstraße hinein, denn hier solle nicht nur ein Gebäude abgerissen werden, sondern auch die Verkehrsführung geändert werden. Bislang ist die Gartenstraße durchgehend eine Einbahnstraße. Diese Verkehrsführung solle laut Entwurf des Bebauungsplanes im vorderen Bereich, Nähe Kino, Arzt- praxen und Amtsgericht, um etwa 200 Meter aufgeweicht und ein gegenläufiger Verkehr zugelassen werden. Denn: Die Ausfahrt vom Einkaufsmarkt für Pkw soll über die Gartenstraße erfolgen. "Für einen gegenläufigen Verkehr ist die Gartenstraße meiner Meinung nach viel zu eng und daher ist dieser Entwurf für mich schon noch diskussionswürdig", gab Ulrich Spey (SPD) zu bedenken. "Wir haben schon vor längerer Zeit gefordert, dass sich ein Verkehrsplaner die Situation genauer anschauen müsse", kam der Einwand von Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig. "Ein gegenläufiger Verkehr in der Gartenstraße würde die ohnehin schon komplizierte Situation an der Kreuzung Lindenstraße/Gartenstraße/Berliner Straße noch verschärfen", so der Ordnungsamtschef. Er habe aktuell am Mittwoch mit Vertretern des Fachdienstes Straßenverkehr des Landkreises eine Begehung vor Ort gemacht und auch von seiten der Fachbehörde hätte es Bedenken gegeben. Auch deshalb sei im Bauausschuss die Forderung nach einem Verkehrsplaner erneuert worden.

Aus verkehrsplanerischer Sicht sei der Entwurf dieses Bebauungsplanes zu unaus- gegoren, einer öffentlichen Auslegung könne nicht zugestimmt werden, so der einhellige Tenor des Bauausschusses. Die Ausschussmitglieder monierten ebenso, dass im Entwurf des Bebauungsplanes mit der geplanten Aufweichung der Einbahnstraßenregelung in der Gartenstraße nicht bedacht worden sei, dass hunderte Gymnasiasten auf dem Weg zum Busbahnhof diesen Kreuzungsbereich queren müssen.

Der Bauausschuss traf auf Antrag von Wolfgang Nehring (CDU) die Festlegung, die Auslegung des Bebauungsplanes zurückzustellen, bis die Auflagen hinsichtlich der Über- arbeitung der Verkehrsplanung erfüllt sind. Erst dann könne der Entwurf erneut vorgelegt werden.