Zum 7. Mal feierten die Gröninger und Gäste das Museumsfest. Wieder hatte der Kultur- und Sozialauschuss die Bürger zur Stadtwette herausgefordert und in diesem Jahr verloren.

Gröningen l Rund 700 Besucher trotzten am vergangenen Sonnabend dem feuchten Wetter und ließen sich das 7. Gröninger Museumsfest nicht entgehen. Gern hätte der Vorsitzende des Kultur- und Sozialausschusses, Fabian Stankewitz, das Fest unter freiem Himmel gefeiert. Doch permanenter Nieselregen ließ ihn dann zum "Plan B" greifen und den Saal mit Bühnenbereich im Gröninger Kulturhaus herrichten. Diese Lösung tat der Besucherresonanz keinerlei Abbruch, denn gut überdachte Stände mit Köstlichkeiten und Gaumenfreuden, Dekoartikeln und Schmuck sowie eine Hüpfburg für die Jüngsten brachten genügend Abwechslung und Geselligkeit auf Innenhof und Marktplatzgelände.

Musikalische Reise in die Vergangenheit

Für eine musikalische Reise in die Vergangenheit, in die Welt des Swing, Blues, Jazz und Dixiland, sorgte derweil die legendäre Fortuna-Band auf der Bühne im Kulturhaus. In siebenköpfiger Besetzung präsentierte sich die im Jahre 1960 als Schülerband gegründete Tanzkapelle, die 2011 nach zehn Jahren Pause wieder angefangen hat, für ihr Publikum zu spielen. Ein wahrhaftiger Ohrenschmaus und die Erinnerung an längst vergangene Zeiten brachte sogleich die richtige Stimmung in das Publikum.

Zahlreiche Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, sich im geschichtsträchtigen Gröninger Museum umzuschauen und sich zudem in der Sonderausstellung zum einstigen Gröninger Fass zu informieren. Zu den Gästen zählten auch Hannelore und Gerald Dengler, die als gebürtige Gröninger gern in alten Geschichtsbüchern lesen und sich für alle Veränderungen in der Bodestadt interessieren. Gespannt blätterten beide in den zahlreichen Unterlagen und Mappen, schauten sich alte Ansichtskarten an und schwelgten in Erinnerungen. "Ich interessiere mich sehr für alles, was in und um Gröningen passiert und schaue mir gern die alten Bilder und Fotos im Museum an", berichtete Gerald Dengler.

Stadtwette um ein extra langes Seil

Während die Mädchen und Jungen der Friedrich-Hoffmann-Grundschule und die "Bodespatzen" aus der Kindertagesstätte für weitere Programmpunkte auf der Bühne sorgten, gaben Einwohner aus Gröningen und Umgebung zahlreiche Meter Seile und Stricke bei den Kameraden der Feuerwehr aus Kloster Gröningen ab. Im Zeitraum von knapp vier Stunden hatten die Feuerwehrleute genügend Meter aus dickem Seil, aber auch aus Wäscheleinen und Geschenkbändern zusammen, um diese bis in den benachbarten Ortsteil Kloster Gröningen zu legen. Und genau diese Entfernung, in Metern umgerechnet, musste für die Einwohner zusammenkommen, um die Stadtwette zu gewinnen. Denn der Kultur- und Sozialausschuss hatte in diesem Jahr gewettet, dass die Bürger es nicht schaffen würden, genügend Seile und dergleichen mehr zusammenzutragen. "Es sieht ganz so aus, als ob die Gröninger die Wette gewinnen würden", musste Heike Friebertshäuser vom Kultur- und Sozialausschuss schon bald einschätzen. Zuvor jedoch begeisterten die Gröninger Katrin Gronenberg und Mathias Großheim mit einem bunten Mix aus bekannten und beliebten Hits und Balladen der Musikgeschichte im randvoll gefüllten Kulturhaussaal. Als Überraschungsgast sorgte André Laue aus Kloster Gröningen mit seinen Hits für viel Applaus.

Was Heike Friebertshäuser und Fabian Stankewitz bereits im Vorfeld ahnten, konnte dann die stellvertretende Bürgermeisterin von Gröningen, Vera Jander, nur bestätigen. "Wir haben die Stadtwette verloren." Das aus unzähligen Stücken zusammengebundene Seil reichte großzügig von Gröningen bis nach Kloster Gröningen. Als Wetteinlösung mussten die Ausschussmitglieder das Kloster Gröninger Feuerwehrfahrzeug mit dem ganz individuellen Seil durch Gröningen ziehen. Das sei, obwohl auch Kinder und weitere Stadtratsmitglieder kräftig mitzogen, doch ganz schön anstrengend gewesen, meinte am Ende Heike Friebertshäuser.

Stimmung gab es auch beim abendlichen Oktoberfest, das mit einem bunten Programm des Gröninger Carnevalvereines eröffnet wurde und den Kulturhaussaal in die traditionelle Festwies`n verwandelte. In Dirndl und Lederhosen feierten zahlreiche Besucher bis in die Nacht hinein ein zünftiges Oktoberfest.

"Wir danken allen Sponsoren und Helfern für diesen gelungen Tag", so Fabian Stankewitz und Heike Friebertshäuser, die vollauf zufrieden mit der Beteiligung, der Stimmung und den vielfältigen Höhepunkten sind. Auch im kommenden Jahr wird es wieder ein Museumsfest geben. Der 12. September 2015 ist schon vorgemerkt.

 

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