Mit viel Liebe zum Detail haben die Groß Rodensleber Landfrauen ihre Erntekrone für den am Wochenende bevorstehenden Wettbewerb beim 20. Landeserntedankfest gebunden. Doch damit sind ihre Vorbereitungen auf das Jubiläumsfest längst nicht abgeschlossen. Ein wahrer Back-Marathon steht ihnen noch bevor. Denn auch in diesem Jahr laden sie im Elbauenpark ins Landfrauencafé ein. 100 Kuchen sind für Sonntag zu backen.

GroßRodensleben l Ihr diesjähriges Schmuckstück für den Landeserntedankfest-Erntekronenwettbewerb haben die Groß Rodensleber Landfrauen bereits so gut wie fertig gebunden. "Die letzten dekorativen Elemente wie ein paar Sonnenblumen, die symbolisch für unseren Verein stehen, werden erst ganz zum Schluss angesteckt", erklärt Sibylle Strauß als kreativer Kopf des Vereins das Gestaltungskonzept. 2008 gegründet engagieren sich beim Landfrauenverein Groß Rodensleben "Sonnenblume" mittlerweile 20 fleißige Bienen. Gemeinsam stemmen sie auch den Back-Marathon, der ihnen für das Wochenende in Vorbereitung auf das 20. Landeserntedankfest noch "blüht". Denn auch in diesem Jahr laufen die Fäden für das Landfrauencafé, das auf dem Großen Anger am Sonntag im Magdeburger Elbauenpark bereits ab 10 Uhr seine Pforten öffnet, bei den Groß Rodensleberinnen zusammen. 100 Kuchen müssen dafür im Ort gebacken werden. "Das Backwerk rechtzeitig in den Ofen zu schieben ist dabei noch die leichteste Übung. Die Kuchenbleche allerdings nach Magdeburg transportiert zu bekommen, stellt uns alljährlich vor eine logistische Herausforderung", erzählen die Damen mit Blick auf Groß Rodenslebens holprige Buckelpisten. Der komplette Kuchen-Konvoi verlässt den Ort deshalb Sonntagmorgen konsequent im Schritttempo, versichern sie.

Genauso wie der Transporter, der die Erntekrone der Groß Rodensleber Landfrauen am Sonnabend zum "Schönheitswettbewerb" in die Landeshauptstadt bringen wird. Auch der hiesige Heimatverein wird hier mit einer Krone vertreten sein. "Wir Groß Rodensleber werden auch dieses Mal wieder mit zwei Erntekronen ins Rennen um den Titel gehen", weiß Sibylle Strauß. Neben einer Fachjury haben bei der Entscheidung darüber, wer die schönste Erntekrone im Land gebunden hat, am Sonnabend übrigens auch die Besucher Mitspracherecht.

Für das mehr als 30 Kilogramm schwere Prachtexemplar hatten die Landfrauen wieder Roggen, Hafer, Weizen und Gerste bereits seit Anfang Juli eingeholt. "In diesem Jahr haben wir das Getreide relativ früh geschnitten. Zwar in Etappen, aber Mitte Juli hatten wir auch schon die letzte Getreidesorte, den Hafer, der ebenfalls eine bestimmte Farbe haben muss, in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein geschnitten und eingelagert", berichten die Landfrauen.

Mit dem Binden der getrockneten Getreidebündel auf das 65 Zentimeter vorgefertigte und mit Heu umwickelte Erntekronengestell hatten sie vor mehr als zwei Wochen begonnen. Nach anderthalb Wochen Handarbeit waren drei Bögen schon fast fertig. Wenn die Krone steht, wird der untere Teil - der Kranz - gebunden. Ohne Anfang und Ende steht er als Zeichen der Ewigkeit, der Unendlichkeit. Mehrmals in der Woche trafen sich die Landfrauen auf dem Hof von Ilse Lahmsen zum Getreidebinden. Jedes einzelne Bündel aus acht bis zehn Ähren war bevor es mit einem Draht befestigt werden konnte, nach bestimmten Kriterien, wie Form und Farbe, begutachtet worden. Die Handarbeit ist wahrlich eine Wissenschaft für sich - doch die Frauen haben darin Übung. "Seit 2008 nehmen wir jedes Jahr an dem Erntekronen-Wettbewerb, der beim Landeserntedankfest am Sonnabend auf der Seebühne eingeläutet wird, teil", erinnern sie sich. Die Kunst des Bindens hatte ihnen damals Helma Schneider gezeigt.

Im vergangenen Jahr haben die "fleißigen Bienchen" beim 19. Landeserntedankfest mit ihrer Erntedankkrone den vierten Platz belegt. Während sich Sibylle Strauß ein neues Haferbündel nimmt, sagt sie stolz: "In diesem Jahr stellen wir uns einer ganz besonderen Herausforderung. Wir binden die Erntekrone für unseren Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens." Das Schmuckstück soll ab Oktober das Landwirtschaftsministerium zieren.

Ebenfalls im Oktober lädt wiederum der "Heimatverein Groß Rodensleben 1999" traditionell zum Erntedankfest ein. Und zwar vom 3. bis 5. Oktober. Die Acker-Gaudi um das große Oldtimerpflügen kündigen die Organisatoren am Ortsrand für den 4. Oktober um 12 Uhr an.

Die Elbauenpark-Pforten zum Landeserntedankfest öffnen sich am Wochenende jeweils von 10 bis 18 Uhr. "Im Landfrauencafé würden wir uns freuen, wenn wir auch jede Menge Besucher aus der Börde begrüßen könnten", rühren die Damen die Werbetrommel.

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