Mathe, Deutsch und Heimatkunde in feudalen Gemächern - zwischen 1953 und 1998 war dies in Sommerschenburg kein Privileg, sondern normaler Schulalltag. Im Schloss residierten die zehn Klassenstufen der damaligen POS, später noch die Grundschüler. Sie alle werden nun zum großen Schultreffen zusammengetrommelt.

Sommerschenburg l Längst ist das Schloss wieder privatisiert worden. Aber die Erinnerung an die Zeit, als die herrschaftlichen Mauern eine öffentliche Schule beherbergt haben, sind noch höchst lebendig. Kein Wunder, Nicol Jäger und Doreen Wienert sind beide Anfang 40, haben in der Polytechnischen Oberschule Sommerschenburg vor gut 30 Jahren bis zum Abschluss gelernt. Ihnen folgten für knapp ein Jahrzehnt noch weitere Klassen, dann hatte es sich im Schloss endgültig ausgeschult.

Im Frühling kommt es zum großen Wiedersehen. Jäger und Wienert haben vor einem halben Jahr die Planung dazu aufgenommen, öffentliche Aufrufe gestartet, Kontakt zu Vertretern sämtlicher Jahrgänge gesucht und den Saal in Harbke reserviert. Das Programm für den 28. März 2015 steht mittlerweile, die beiden Organisatorinnen haben viele Rückmeldungen und positive Reaktionen erhalten - jetzt sind die Schüler von einst am Zug. "Die Einladungen sind verteilt", sagt Nicol Jäger, "wer keine hat oder glaubt, vergessen worden zu sein, sollte sich umgehend bei uns melden. Ansonsten steht die Bitte, bis spätestens Ende November die Kosten von 30 Euro einzuzahlen, damit wir einen echten Überblick bekommen, was uns beim Schultreffen erwartet. Das würde uns die weitere Vorbereitung sehr erleichtern."

Doreen Wienert ergänzt: "Mit dem Geld werden die Auslagen für Saalmiete, Catering, Musik und einiges mehr beglichen. Nur die Getränke zahlt dann jeder selbst." Die voraussichtliche Teilnehmerzahl sei bislang schwer einzuschätzen. "Es waren vermutlich mehr als 700 Schüler in all den Jahren, fürs Treffen hoffen wir auf mindestens 300 - und sollten es deutlich mehr werden, haben wir einen Plan B parat", so Wienert weiter.

Beide Frauen betonen, dass "wirklich alle Klassen ab 1953" willkommen sind. Dabei spiele es keine Rolle, ob man auch hier eingeschult worden ist oder die Schule komplett absolviert hat: "Hauptsache, man war hier - das gilt natürlich auch für die Lehrer." Jäger und Wienert waren selbst "Zugezogene", wohnen jetzt in Harbke und denken gern zurück: "Es war etwas Besonderes, im Schloss zur Schule zu gehen und im Dorn herumzuräubern, wir erzählen davon immer wieder gern."

Kontakt - Telefon: 01749608731 oder 01714247663, E-Mail: schultreffen2015@gmail.com