Marienborn und Harbke waren am Montag die ersten Stationen der Kreis- jury im Landeswett- bewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Noch elf weitere Ortsbesichtigungen werden folgen, ehe der Kreissieger und Vertreter auf Landesebene im kommenden Jahr feststeht.

Marienborn/Harbke l Auf dem Weg zur Räuberhöhle klarte der Himmel allmählich auf, konnten die Regenschirme in Marienborn wieder eingezogen werden. "Glück gehabt", befand Kulturausschussvorsitzender Eckehart Beichler, "denn so eine recht lange Ortsbegehung ist ohne Regen einfach angenehmer für alle Beteiligten." Und weiter: "Was wir zeigen wollten, ist rübergekommen. Wir haben der Bewertungskommission vor Augen geführt, wie dicht hier Sehenswürdigkeiten, Naturdenkmäler und Wohngelände, historische Bausubstanz und inhaltlich bedeutende Stätten beieinander liegen und zusammengenommen einen sehr lebenswerten Ort unter Mitwirkung vieler engagierter Einwohner bilden."

Demonstrativ "und ganz bewusst mit verteilten Rollen inszeniert", so Beichler, haben verschiedene "Dorfexperten" die Erläuterungen entlang der Route übernommen, darunter Erika Kiwitt für Kirche, Kloster und Marienkapelle, Reinhard Duckstein von der AG Tour für das Wanderwegenetz, Leiterin Doreen Helf für den Waldkindergarten oder Günther Rudolph als Eigentümer für die alte Schule. Die Gesamtführung oblag Astrid Pilarczyk, gebürtige Marienbornerin, ehemalige Bürgermeisterin, Vorsitzende des Fördervereins "Wallfahrtsort Marienborn" und Bauamtsmitarbeiterin - kurzum, Fachfrau für (fast) alle Dorfangelegenheiten. Beichler meinte nach der Begehung: "Die Marienborner haben sich sehr gut präsentiert, somit haben wir unseren Teil erfüllt, jetzt liegt`s in anderen Händen, und wir lassen uns überraschen."

Ein ganz ähnliches Fazit zog Harbkes Bürgermeister Werner Müller, dessen Gemeinde am Nachmittag die zweite Etappe für die vierköpfige Bewertungskommission darstellte: "Ich denke, wir haben uns gut verkauft. Uns ging es darum, einen alltäglichen Eindruck zu vermitteln, jetzt warten wir einfach ab." Die Begehung in Harbke umfasste Lappwaldsee, Schlosshof, Park und Museumsstube sowie den Kulturhauskomplex, das Rathaus, den Sportplatz, die Schule und den Kindergarten.

Der vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt ausgeschriebene Wettbewerb verfolgt das Ziel, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu steigern und die Perspektiven der Dörfer zu verbessern. Bei der Evaluierung finden individuelle Ausgangsbedingungen Berücksichtigung. Ebenfalls bewertet werden kulturelle Traditionen und Aktivitäten, die zur Zukunftsgestaltung der Orte beitragen. Marienborn und Harbke sind die einzigen Vertreter aus dem Altkreis Börde. Die elf weiteren Teilnehmer auf Kreisebene sind Ackendorf, Bebertal, Hermsdorf, Irxleben, Nordgermersleben, Rottmersleben, Schackensleben, Wellen Bülstringen, Wegenstedt und Calvörde.

   

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