Nach Informationen des Magdeburger Landtagsabgeordneten Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen) ist die Schließung der Bahnhaltepunkte in Langenweddingen und Dodendorf geplant. Bürgermeister Jörg Methner ist dagegen.

Sülzetal l Mit ihrem Doppelhaushalt 2015/2016 soll nach Plänen der Landesregierung dem Schienenpersonennahverkehr erhebliche Mittel entzogen werden. Aus der Kürzung der Mittel resultieren Streckenstilllegungen, Taktausdünnungen und die Schließung von Haltepunkten.

Während im Süden des Landes Sachsen-Anhalt diese Auswirkungen kontrovers diskutiert werden und Widerstand hervorrufen, blieben die Auswirkungen für Magdeburg und das Umland auch in Richtung der Einheitsgemeinde Sülzetal weitgehend unbeachtet. Nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen ist die Schließung des Haltepunktes Beyendorf sowie von Dodendorf und Langenweddingen geplant. Dazu kommen Taktausdünnungen auf den regionalen Linien Magdeburg-Braunschweig, Wittenberge-Schönebeck-Salzelmen und Magdeburg-Dessau/Lutherstadt Wittenberg.

"Wir brauchen eine funktionierende Zugverbindung aus dem Sülzetal in die Landeshaupt Magdeburg", sagte Bürgermeister Jörg Methner (SPD) auf Volksstimme-Nachfrage. Allein mit Bussen sei es gerade für Senioren nicht möglich, flexibel nach Magdeburg zu reisen. Auch sei es dem demografischen Wandel geschuldet, dass immer mehr Senioren auf öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn angewiesen seien.

Für den bündnisgrüne Landtagsabgeordneten und Magdeburger Stadtrat Olaf Meister ist noch nicht alles verloren. "Es bestehen noch die Chancen, gegenzusteuern. In den anstehenden Haushaltsberatungen müssen die Regionalisierungsmittel wieder dafür eingesetzt werden, wofür sie gedacht sind - für den Schienenpersonennahverkehr", sagte Meister. Jetzt bedürfe es starker Signale aus der Landeshauptstadt, um die Auswirkungen der Mittelkürzung zu verhindern. Neben dem Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) und dem Stadtrat seien auch die Magdeburger Landtagsabgeordneten aufgerufen, sich für ihre Heimatstadt und das Umland einzusetzen.

"Es gab bereits in der Vergangenheit Kritik an der unzureichenden Anbindung von Beyendorf-Sohlen. Auch wird die Bahnstation offenbar zu wenig genutzt", verdeutlichte Meister. Die Landeshauptstadt müsse jetzt die Chance ergreifen, den öffentlichen Nahverkehr vor Ort zu überarbeiten. Dazu müssten neben den Vertretern aus der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Landkreis Börde auch die Magdeburger Verkehrsbetriebe sowie die Kraftverkehrsgesellschaft an einen Tisch. "Wir können auf Dauer die Schließung von Haltepunkten nur verhindern, wenn wir unsere Hausaufgaben machen. Dazu gehört auch ein attraktives Haltestellenumfeld. Zur Modernisierung sollte das Schnittstellenprogramm des Landes genutzt werden", forderte Meister.

Wenn sich im Herbst der Landtag von Sachsen-Anhalt dafür entscheiden sollte, Geld für den Schienenpersonennahverkehr zu kürzen, dann könnte es wahr werden, dass die Haltestellen in Langenweddingen, Dodendorf und Beyendorf-Sohlen geschlossen würden, sagte am Mittwoch Wolfgang Ball, Pressesprecher der Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Nasa), auf Volksstimme-Nachfrage. Die Nasa ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Landes und kauft für Sachsen-Anhalt bei den verschiedenen Eisenbahngesellschaften Leistungen ein. "Wenn das Land das Geld kürzt, können wir das Angebot der Haltestellen in den kleinen Dörfern nicht mehr aufrecht erhalten", sagte Ball. Dann werde es nur noch den "schnellen HEX" geben, der auf der Fahrt von Halberstadt nach Magdeburg nur noch in Oschersleben halte. In Langenweddingen und Dodendorf würde dann kein HEX mehr halten. "Es kann so kommen, muss aber nicht", sagte Ball. Komme es so, werde die Nasa auf den Dörfern verstärkt Busse einsetzen.

 

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