Der Ausleber Heimat- und Kulturverein hat die fünfte Auflage seiner Heimatbroschüre fertig. Wie in den vier Jahren zuvor, gibt es dort wieder ein kunterbuntes Allerlei aus der Gegenwart und der Vergangenheit der Großgemeinde zu lesen. Veröffentlicht wird das Heft offiziell beim Erntedankfest am 5. Oktober.

Ausleben l Wie ist es einem Ausleber Oberschüler in der tiefen DDR-Zeit ergangen, als er mit einem selbstgemalten Jimi-Hendrix-Porträt auf dem Rücken in die Fänge einer durstigen Gruppe Sowjetsoldaten geriet? Was hat ein anderer Ausleber Jugendlicher mit Freunden aus Hornhausen erlebt, als sie 1965 auf dem nächtlichen Weg von Hamersleben zum Jugendtanz nach Ausleben von Grenzpolizisten angehalten wurden? Wo und wie wurde im 18. und 19. Jahrhundert im Raum Ausleben Salpeter gewonnen und zu Schießpulver weiterverarbeitet? Wie hoch liegen all die Hügel rings um Ausleben über dem Meeresspiegel und welchen mitunter militärischen oder wirtschaftlichen Zwecken haben sie einst gedient?

Das sind nur vier von reichlich mehr Fragen, die in der neuen Heimatbroschüre des Ausleber Heimat- und Kulturvereins OtWaAuLingen beantwortet werden. In der insgesamt 16Beiträge zu lesen sind. Die sind laut Heimat- und Kulturverein "ein kunterbuntes Allerlei aus Gegenwart und Vergangenheit der Großgemeinde Ausleben: Legenden, Erzählungen, Ereignisse und Gedichte unserer Heimat." Und Vereinsmitglied sowie Broschüren-Redaktionsleiter Peter S. Fischer ergänzt gegenüber Volksstimme: "Wie schon in den zurückliegenden vier Jahren haben alle Beteiligten wieder einmal intensiv in der Vergangenheit gekramt, um über längst vergessene Begebenheiten und Ereignisse aus Ausleben, Ottleben, Warsleben und Üplingen zu berichten."

Elf Autoren haben diese Beiträge für die nunmehr fünfte Auflage dieser Heimatbroschüre geschrieben, die am 5. Oktober beim Ausleber Erntedankfest unter dem Titel "Blick vom Bullenberg" offiziell erscheint. "Interessant dabei ist unter anderem, dass zum ersten Mal die meisten der Autoren, obwohl sie heute in anderen Dörfern und Städten wohnen, sich als ehemalige Bürger der Großgemeinde Ausleben nach wie vor stark mit ihrer Heimat verbunden fühlen und über ihre Erlebnisse früherer Zeiten geschrieben haben", wie Peter S. Fischer sagt.

So leben die elf Autoren heute außer in den vier Ortsteilen der Großgemeinde Ausleben in Halle/Saale (Hartmut Ruhe), in Magdeburg (Gerhard Pustal), in Oschersleben (Eckart Römmer), in Bad Freienwalde (Helmut Mette), in Domersleben (Siegfried Harms) und in Wanzleben (Dr. Wilhelm Kempe). Und die Ausleber Autoren sind Peter S. Fischer, Doris Damke und Heinz Morgenthal. Sowie Georg Marcks. Der - so sei schon mal verraten - der junge Mann mit dem Jimi-Hendrix-Porträt auf dem Rücken war.

Zudem soll noch erwähnt werden, dass für die nunmehr fünf Ausgaben der Heimatbroschüre 22 Autoren insgesamt 77 Beiträge geschrieben haben. Und interessant ist auch, dass der Ausleber Heimat- und Kulturverein am 5. Oktober nicht nur das besagte fünfte Heimatheft anbieten wird. "Aufgrund einer ständigen Nachfrage hat sich der Ausleber Heimatverein nun entschlossen, zwei Märchenbücher von Doris Damke neu auflegen zu lassen", so Peter S. Fischer. Außerdem sind das vom ihm geschriebene "Steinzeitheft" sowie die Ausleber Heimathefte der Jahrgänge 2010 bis 2013 nachgedruckt worden. "Diese Veröffentlichungen werden nun zusammen mit einer von Jörg Lange erstellten DVD der Ausleber Theatergruppe am 5. Oktober beim Erntedankfest in der Ottleber Kirche St. Stephanus zum Kauf angeboten", teilt Peter S. Fischer mit.