Am Wochenende haben die Stegelitzer mit ihren Gästen das Vierteljahrhundert perfekt gemacht. Von Freitagabend bis Sonntagnachmittag ging im Ort das 25. Erntedankfest über die Bühne.

Stegelitz l Das Stegelitzer Erntefest wird als eines der größten Erntedankfeste im Landkreis bezeichnet. Vor allem aber wird hier die Tradition wirklich gelebt und weitergegeben. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Gaudi, sondern auch der eigentliche Sinn des Festes, das nach einer erfolgreichen Ente gefeiert wird.

Und so ist es auch kein Wunder, wenn der Heimatverein des Ortes bei diesen Anlässen immer wieder alte Landwirtschaftsgeräte präsentiert und das ländliche Leben von früher auferstehen lässt. In diesem Jahr stand das Fest unter dem Motto "Vom Korn zum Brot", weswegen einige Männer des Heimatvereines auf dem Dorfplatz vorführten, wie früher Getreide gedroschen wurde. Mithilfe einer so genannten "Windfege" wurde danach die Spreu vom Weizen getrennt.

In der vom 17. bis 19. Jahrhundert eingesetzten, kistenähnlichen Holzkonstruktion wird das gedroschene Getreide mitsamt der Spreu in den oberen Trichter gefüllt. Mit einer Handkurbel wird im Inneren ein Luftstrom erzeugt, der die leichtere Spreu nach außen bläst, während die Körner nachunten gesammelt und durch einen gleichmäßigen Luftstrom geführt, der durch das Windrad in einem Luftkanal erzeugt wird. Die Spreu wird aufgrund ihres geringeren Gewichts von dem Luftstrom aus der Maschine geblasen, während das schwerere Korn unten gesammelt wird. Besonders Kinder nutzten die Gelegenheit, das Korn danach in Handmühlen selber zu mahlen.

Gefühl für Heimat

Vorangegangen war dem Treiben auf dem Dorfplatz ein Gottesdienst und die Eröffnung des Festes durch die Kita "Gänseblümchen". Auch die Kinder griffen das Thema Ernte und Korn auf. In seinem Grußwort dankte Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly den Machern des Stegelitzer Erntefestes: "Wer solche Feste erleben darf, bleibt der Heimat länger treu. Solche Feste sind ein Haltefaktor. Lebt das bitte weiter." Seine Tochter Eva, die als amtierende Flämingkönigin erst unlängst Erfahrungen mit großen Erntefesten in Teltow-Fläming und Potsdam- Mittelmark gemacht hatte, unterstrich dies: "Es ist beeindruckend, was Stegelitz hier auf die Beine stellt und wieviel Zuspruch das Fest erfährt."

Sylvia Nobel, Flämingkönigin des Jahres 2001, würdigte die liebevoll eingerichtete Heimatstube, in der das Jahresmotto ebenfalls aufgegriffen worden war: "Ich habe großen Respekt vor dem Heimatgefühl, das hier entwickelt worden ist und an die Jugend weitergegeben wird." Apropos "Königin": Die Stegelitzer Erntekönigin Lara I. verlängert ihre Amtszeit um ein Jahr.

Umzug und Orgelkonzert

Nicht fehlen durfte am Sonnabendvormittag der Umzug durch das Dorf mit den Deetzer Musikanten, Erntekrone, alter Landtechnik und großer Beteiligung der Bürger und Vereine. Neben Sport- und Heimatverein brachte sich auch die Freiwillige Feuerwehr stark in das Festgeschehen ein. Aus der Partnergemeinde Sievershausen waren wieder einige Bürger und Ortsbürgermeister Günther Kelter nach Stegelitz gekommen. Als Geschenk gab es eine aus einer Solling-Fichte gearbeitete Kettensägen-Skulptur. Zum Kulturteil am Nachmittag steuerten sie die Linedance-Gruppe bei. Besinnlich war das Konzert mit den Laurentius-Bläsern und Thorsten Fabrizi an der Orgel in der Dorfkirche. Fetzig wurde es dagegen im vollbesetzten Festzelt beim Auftritt des Sax`n Anhalt Orchesters.

Am Abend lockten Disco-Klänge und das Showprogramm der "Torfstecher" noch einmal reichlich Publikum ins Festzelt. Als Überraschung hatten die Veranstalter ein Feuerwerk organisiert.

Am Sonntagvormittag kam man erneut auf dem Dorfplatz zusammen. Beim Frühschoppen und Schlachteplatte gab es ein unterhaltsames Programm: Die Feuerwehr rief wieder einmal auf zu "Mach mit, machs nach, machs besser!".

   

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