Gemeinsam mit 25 anderen Majestäten wird Sylvia Löchel am Sonntag während des Tages der Regionen in Oschersleben ein Jubiläum feiern. Seit 2004 ist sie die Bördekönigin Sylvia I.

Oschersleben l Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Sylvia Löchel aus Oschersleben zum ersten Mal die Krone der Bördekönigin aufgesetzt wurde. Den Grundstein für die königliche Karriere legte die damals 31-Jährige selbst, denn vor der eigentlichen Wahl bewarb sie sich "standesgemäß", wie sie sich heute noch erinnert. "Und dann bin ich es geworden", berichtet sie von einem kleinen Überraschungseffekt bei der Wahl. Ein Jahr später erfolgte die Wiederwahl und als sich anschließend keine Nachfolgerin mehr fand, wurde die Amtszeit in Übereinkunft von der Königin und der Stadt Oschersleben fortgeführt.

Viele Erlebnisse und Reisen durch Deutschland und auch darüber hinaus begleiteten die zehnjährige Amtszeit der Bördekönigin Sylvia I., deren Aufgabe es ist, die Stadt Oschersleben, den Landkreis Börde und die Magdeburger Börde auf Messen und Veranstaltungen zu repräsentieren. Bei ihren Auftritten traf sie auch auf zahlreiche Königinnen aus anderen Regionen.

Anfangs fiel Sylvia I. zwischen all den anderen Königinnen auf, denn sie trug eine traditionelle Bördetracht. "Das hat überall für Aufsehen gesorgt und ich musste viel erzählen", so Sylvia Löchel. Dennoch war es eine Arbeitstracht, die frühere Generationen in der Börde einst trugen, und das war für eine Majestät doch weniger passend. "Wenn die anderen Königinnen mit ihren Ballkleidern kommen, dann fühlt man sich ein bisschen wie Aschenputtel", fügt die Bördekönigin hinzu, die sich aber auch vorstellen hätte können, in einer bördetypischen Festtagstracht aufzutreten. Letztlich hat sie die Kleider im Laufe der Jahre des Öfteren gewechselt, unter anderem hat sie auch ein helles Kleid aus dem Brautausstatter getragen. Ebenso hat die Krone Alterserscheinungen gezeigt, so dass es heute bereits die dritte Krone ist, die sie trägt.

In Soest (Nordrhein-Westfalen) reichte im Jahr 2006 aber lediglich die Aufschrift auf der Schärpe, um für eine lustige Verwechslung zu sorgen. Anlässlich der Krönung der dortigen Bördekönigin sprachen Sylvia I. viele Menschen ihre Glückwünsche aus und auch in der Zeitung wurde über die "falsche" Bördekönigin berichtet. "Es stand ja nur `Bördekönigin` auf meiner Schärpe, dass ich aus der Magdeburger und nicht aus der Soester Börde kam, wusste ja niemand", kennt Sylvia Löchel heute die Ursache für das Missverständnis.

In Südtirol wusste man wahrscheinlich von der Fruchtbarkeit der Magdeburger Börde und prompt wurde Sylvia I. dort zur Königin der Fruchtbarkeit. "Eine Bördekönigin ist etwas anderes als eine Bier- oder Weinkönigin, die jeder kennt", fügt Sylvia I. hinzu, die zahlreiche Kontakte zu anderen Majestäten über die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Königinnen aufgenommen hat. Südtirol in Italien war ihr weitestes Reiseziel.

Doch auch in ganz Deutschland hat sie in den zehn Jahren viele interessante Auftritte gehabt. Während vor der eigenen Haustür das Boderennen und der Tag der Regionen in Oschersleben regelmäßig eine Bühne für die Bördekönigin bieten, so stehen auch die Grüne Woche in Berlin und die Tourismus- und Caravan-Messe in Leipzig stets in ihrem Kalender. Dieses Jahr war ebenfalls mit zahlreichen Auftritten gespickt: "Reisemarkt in Potsdam (Brandenburg), Besuch bei der Knopfprinzessin in Schmölln (Thüringen), Baumblütenfest in Werder (Brandenburg), Blütenfest in Rogätz, Aller-Elbe-Spritztour in Wanzleben, Spargelfest in Hohenseeden, Besuch beim Bratwurstkönig in Suhl (Thüringen), Bollenfest in Calbe, Blumenfest in Kalbe/Milde, Titanenrennen in Brück (Brandenburg), Elb- auenfest in Parey, Kartoffelfest in Genthin, Bergwiesenfest in Pfronten im Allgäu (Bayern), Heide- und Bockbierfest in Colbitz und Gildefest in Aschersleben", zählt die Oschersleber Königin verschiedene Termine auf. Oft seien die Veranstaltungen auch mit Königinnentreffen verbunden.

Und genau das möchte Bördekönigin Sylvia I. zu ihrem zehnten Jahrestag ebenso ausrichten. Zum Tag der Regionen am kommenden Sonntag in Oschersleben hat sie 25 Hoheiten eingeladen und für sie ein kleines Programm organisiert, um ihre Heimat zu präsentieren. "Die zehn Jahre waren anstrengend, aber sehr schön und ich habe immer noch Spaß daran", zieht die Königin ein Resümee und hat ein Gefühl, inzwischen "bekannt ist wie ein bunter Hund" zu sein.