Hunderte Besucher sind am Freitag nach Kroppenstedt gekommen und haben gemeinsam mit den Einwohnern das 23. Freikreuzfest gefeiert. Auf der Händler- und Ausstellermeile zwischen Rathaus und Martinikirche gab es zahlreiche Angebote für jedermann.

Kroppenstedt l Besinnlich und in Gedenken wurde in diesem Jahr das Freikreuzfest in Kroppenstedt eröffnet. Bürgermeister Joachim Willamowski erinnerte an den Mauerfall vor 25 Jahren und die deutsche Einheit. "Eine Herausforderung für die Zukunft wird die Aufnahme von Flüchtlingen sein", sagte der Politiker und leitete damit zu einem der ersten Programmpunkte des Tages über: Die Enthüllung einer Gedenktafel für die jüdische Familie Freiberg, die von den Nationalsozialisten selbst diskriminiert, vertrieben und ermordet worden war. Sie hatte einst ein Geschäft in der Marktstraße unweit des Rathauses.

Der heute in Paris lebende Kroppenstedter Hans-Joachim Witte zeichnete in seiner Rede das Leben der Freibergs nach, die vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 hoch angesehen waren und sich auch im örtlichen Vereinsleben engagiert hätten. Von den damals sechs Angehörigen seien fünf in den Vernichtungslagern umgekommen. Nur Hans Freiberg habe durch Flucht überlebt. "Ihm gelang es, 1940 über die Donau nach Palästina auszuwandern", sagte Witte. Anschließend enthüllte er gemeinsam mit Wadim Laiter, Vorstandsvorsitzender der Synagogen-Gemeinde Magdeburg, eine Tafel an jener Mauer, die die Stelle des einstigen Wohnhauses der Freibergs markiert.

Anschließend führte die Grundschule "Am Freikreuz" das Theaterstück "Robin Hood" auf. Für ausgelassene Stimmung sorgten die Spiegelsberger Musikanten sowie die Ascherslebener Blasmusikanten. Außerdem waren vom Drehorgelorchester "Harzland" seltene Klänge zu hören. Im Heimatmuseum eröffnete eine Ausstellung über die 20-jährige Geschichte der Kroppenstedter Einrichtung. Handwerker zeigten zudem Berufe teils längst vergangener Zeiten. Außerdem konnten ein Ritterlager bestaunt und spannende Schwertkämpfe beobachtet werden. Kinder haben sich außerdem beim Basteln geübt oder sich schminken lassen. Den Abschluss des Festes bildete ein Konzert mit dem Chor "Youg Vibes" in der Martinikirche.

"Das war ein toller Tag bei tollem Wetter. Wir sind mehr als zufrieden", resümierte die Organisatorin des Festes und Leiterin des Heimatmuseums, Heike Wolter. "Großer Dank gilt den Vereinen, ohne die diese Veranstaltung nicht zu stemmen gewesen wäre."

   

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