Mit schwarzgelber Unterstützung bringt das Kinder- und Jugendheim "Hans Löscher" in Wefensleben ein altes Nebengebäude wieder auf Vordermann. 5000 Euro aus einem Stiftungs- und Fanprojekt von Borussia Dortmund stehen dafür zur Verfügung - obendrein die Tatkraft des BVB-Fanclubs "Sachsen-Anhalt-Borussen".

Wefensleben l Das angegraute Versorgungs- und Veranstaltungshaus hinter dem Wohntrakt des Kinderheims in der Lindenallee 33 ist in die Jahre gekommen. Neu ist hier lediglich der verglaste Vorbau, ansonsten sieht man der Fassade und den beiden Innenräumen die Vernachlässigung der vergangenen Jahre deutlich an. Das wird sich nun ändern. Durch die 5000-Euro-Zuwendung der Borussia-Dortmund-Stiftung "leuchte auf" soll das Objekt vor allem innen in neuem Glanz erstrahlen. Angedacht ist die Umstrukturierung hin zur Gestaltung eines Sport- und Freizeitbereiches.

"Für die Weihnachtsfeiern haben wir die Räumlichkeiten immer noch genutzt, zumeist aber standen sie leer, blieben ungenutzt und waren einfach auch unattraktiv", weiß Erzieherin Sandy Ritzmann. Sie hatte den Förderantrag bei der BVB-Stiftung gestellt und erklärt das Zustandekommen: "Das war im privaten Umfeld. Meine Familie zählt zu den glühenden BVB-Anhängern, wir sind Mitglied im Verein und im Fanclub der Sachsen-Anhalt-Borussen. Bei einem Fanclubtreffen haben wir von der Projektausschreibung erfahren, und so entstand der Gedanke, sich mit dem Wefensleber Heim daran zu beteiligen. Der ganze Fanclub steht dahinter."

Das Projekt nennt sich "Schwarzgelbe Familie" und ist eine gemeinsame Aktion der Stiftung und der Fanclubs Borussias nach der Formel: Die Fans engagieren sich in ihrer Region für soziale und gemeinnützige Zwecke, die Stiftung unterstützt die Ansinnen finanziell. Eine Kooperationsvereinbarung, die für das Kinder- und Jugendheim "Hans Löscher" gefruchtet hat. Leiterin Doreen Krause: "Eine wunderbare Sache. Ich freue mich sehr, dass die Initiative auch uns zugute kommt, obwohl wir ja recht weit weg vom Ruhrgebiet sind."

Die von Sandy Ritzmann detailliert ausgearbeitete Projektbeschreibung habe die Stiftungsverantwortlichen in Dortmund "wohl einfach überzeugt", meint BVB-Fan Stefan Liebig, Gründer und Vorsitzender der "Sachsen-Anhalt-Borussen". Für ihn und seine Mitstreiter sei eben nicht nur die Borussia eine Herzens- sache, sondern auch das soziale Engagement als Fanclub: "Wir haben viele Leute in unseren Reihen, die hier in Wefens- leben aktiv helfen wollen - sozusagen vereinte Kräfte, denn jeder kann Fachwissen oder Tatkraft beisteuern", betonte Liebig bei der symbolischen Scheckübergabe im Kinderheim.

Umsetzung in drei Phasen

"Das Geld ist da, in den nächsten Wochen und Monaten geht es also an die praktische Umsetzung", freut sich Initiatorin Ritzmann. Die habe man in drei Phasen eingeteilt. Die erste, die Planung, ist weitgehend abgeschlossen. "Wir haben schon konkrete Vorstellungen, wie wir den Sport- und den Freizeitraum herrichten und bestücken wollen. Aber es sind auch unsere Kinder und Jugendlichen nach ihren Wünschen gefragt", so Ritzmann. Fest stehe, dass Garderobe, Flur und Toiletten komplett erneuert werden, ebenso Fußböden und Wände. Nach Möglichkeit soll auch die Fassade gedämmt und angestrichen werden. Dies alles geschieht in Phase zwei, der Renovierung, "die vielleicht bis Weihnachten schon abgeschlossen ist, um dann direkt in Phase drei überzugehen, die da lautet: aktive Freizeitgestaltung".

"Wichtig", so Ritzmann weiter, "ist uns die Einbindung unserer Jugendlichen auch in die Renovierungsphase. Sie sollen kreativ und handwerklich tätig werden, dadurch bekommen sie die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen und lernen zugleich das durch Eigeninitiative und Zusammenarbeit Geschaffene wertzuschätzen." Stefan Liebig stößt ins selbe Horn: "Wir freuen uns auf das Zusammenspiel von den Bewohnern und den BVB-Fans. Wenn wir es schaffen, eine Art Wir-Gefühl zu wecken, haben wir schon viel erreicht, denn das vermittelt den Kindern dann einen Eindruck davon, was man zusammen schaffen und erschaffen kann. Das ist ja auch ein Grundgedanke des Fußballs und der Fanszene."

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