Die Hadmersleber Bürger werden am kommenden Sonntag erneut an die Urnen gerufen. Die Wahl des Ortschaftsrates wird wiederholt. Im Vorfeld hat sich die Wählergemeinschaft "Die Hadmerslebener" gegründet.

Hadmersleben l Mehr als vier Monate nach den offiziellen Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt steht für die Wähler in Hadmersleben am kommenden Sonntag erneut der Gang an die Wahlurne an. Der am 25. Mai neu gewählte Rat hatte sich nicht konstituiert und sich damit hinter seinen langjährigen Ortsbürgermeister gestellt. Hans-Ulrich Göllner hatte von der Kommunalaufsicht des Landkreises eine falsche Auskunft erhalten, worauf er sich nicht zur Wahl stellte. Das erwies sich im Nachhinein als Fehler: Göllner wäre demnach weder Mitglied des neuen Ortschaftsrates noch Ortsbürgermeister gewesen. Nur mit einer neuerlichen Wahl kann dieser Fehler behoben werden.

Ortsteile sollen von starker Kernstadt profitieren

Im Vorfeld hat sich nun eine Wählergemeinschaft gegründet. Für einen starken Ort wollen "Die Hadmerslebener" eintreten. Mit Urban Jülich, Thomas Zydorek, Hans-Joachim Walther, Hans-Ulrich Göllner, Joachim Klette, Herbert Proft, Kathrin Kopper und Hans Vogler sind sieben Männer und eine Frau Mitglieder der Wählergemeinschaft, die schon einige Jahre die Geschicke erst im Stadtrat und später im Ortschaftsrat lenkten.

"Die Hadmerslebener" haben ein Wahlprogramm erarbeitet, welches aufzeigt, wie die Zukunft der einst eigenständigen Stadt gestaltet werden soll. Die Mitglieder stehen für ein zukunftsorientiertes Schulentwicklungskonzept in der Einheitgemeinde Oschersleben unter Berücksichtigung des Ortsteils Hadmersleben und seiner umliegenden Orte mit etwa 4000 Einwohnern ein. "Das wollen wir gegenüber dem Stadtrat deutlich machen", betont Urban Jülich, Sprecher der Wählergemeinschaft. Diese fordert von der Kernstadt Oschersleben, dass diese sich zu ihren Ortsteilen insbesondere durch Investitionen in Schule, Sport und städtische Wohnungen bekennt. "Uns ist klar, dass die Ortsteile auch von einer starken Kernstadt profitieren, doch die Ortsteile dürfen nicht vergessen werden", hebt Jülich weiter hervor. Daher fordert die Wählergemeinschaft, dass Großprojekte in Oschersleben nur unter der Voraussetzung einer gerechten Verteilung der finanziellen Mittel innerhalb der Einheitsgemeinde umgesetzt werden.

Mit Schule, Kita, Einkaufsmöglichkeiten sowie medizinischen Einrichtungen sehen sich "Die Hadmerslebener" auch in der Verantwortung für die umliegenden kleineren Orte und deren Einwohner. Die genannten Einrichtungen der örtlichen Infrastruktur seien zu erhalten und weiter auszubauen. Nur so könne Hadmersleben auch in Zukunft ein attraktiver Wohnstandort sein.

Zudem fordert die Wählergemeinschaft durch eine entsprechende Bauleitplanung, neue Arbeitsplätze im gewerblichen und handwerklichen Bereich zu schaffen. Betriebe sollen künftig auch in Hadmersleben die Möglichkeit haben, zu bauen.

Einen für sie weiteren wichtigen Punkt hat sich die Wählergemeinschaft ebenso auf die Fahnen geschrieben. Der Name "Stadt Hadmersleben" soll wieder eingeführt werden. Dafür wurden in den vergangenen Wochen bereits die ersten Weichen noch im "alten" Ortschaftsrat gestellt.

Die Förderung und Unterstützung der Vereine, des Ehrenamtes und der Fördervereine des Ortes sind ebenso wichtige Ziele wie die Unterstützung für den Hadmersleber Sportverein bei der Planung und Realisierung von Projekten zum Ausbau von Sport- und Vereinsstätten. Gefordert wird weiterhin ein abgestimmtes Radwegekonzept zum Ausbau der Verbindungen zwischen den einzelnen Ortschaften.

Neben der Wählergemeinschaft "Die Hadmerslebener" treten auch Einzelbewerber Ulrich von Neumann und Uwe Tolle (SPD) als zur Ortschaftsratswahl an.

Das Wahllokal im Gemeindezentrum ist am Sonntag, 19. September, von 8 bis 18 Uhr geöffnet.