Mittwochs steht Buddeln, Schaben und Putzen auf dem Stundenplan einiger Siebentklässler der Sekundarschule Eilsleben. "Schliemanns Erben" begeben sich dafür an die Ausgrabungsstelle der alten Bärburg und sind dem Heimatverein bei der Freilegungsfeinarbeit eine große Hilfe.

Eilsleben l "Das ist nachgewiesen, die Bärburg wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist für die Geschichte Eilslebens äußerst wichtig", weiß Günter Wagener, Vorsitzender des Eilsleber Heimatvereins "Oberes Allertal" und ehrenamtlicher Denkmalpfleger. Nach der groben Ausgrabung der mehr als 800 Jahre alten Mauerreste im März durch die Hilfe der Wasserturmfreunde hatte Wagener schon die Idee geäußert, die Feinarbeit an den Steinschichten in Zusammenarbeit mit der örtlichen Sekundarschule anzugehen. "Eine Art Archäologieprojekt, von dem alle profitieren", so sein Gedanke. Und er fand Anklang.

Denn für die Schüler des Geschichtskurses "Ausgrabungen" ist die Feldforschung an der Bärburg natürlich ein großer Anreiz, sich unter Wageners Anleitung genauer mit der geheimnisvollen Wehranlage zu befassen. Nicht nur theoretisch, sondern auch mit praktischer Arbeit vor Ort.

Jeden Mittwoch begeben sich die Siebentklässler bei geeigneter Wetterlage zu den seit 2012 stückweise freigelegten Fundamenten am Dorfrand, um vorsichtig mit Schaufel, Kelle und Pinsel das geschichtsträchtige Mauerwerk weiter zu untersuchen und bestenfalls sogar aufschlussreiche Fundstücke zu sichern. Das ist nicht immer ganz spannend, aber die Eifrigen wie Niklas Heichel, Julian Roscher, Danny Niemann, Marvin Meier und Devin Zeising geben so schnell nicht auf.

"Die Klasse 7a hat sich mit der Geschichte der Bärburg und derer von Eilsleben befasst - und so kennt sie die Bedeutung dieses Projektes", berichtet Geschichtslehrer Olaf Buchmayer, der die Ausgräber begleitet. "Wir wollen uns mit diesem Projekt auch am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung beteiligen", ergänzt er. Seine Jungs legen derweil vorsichtig weitere Steine frei, säubern sie und helfen somit, dem Antlitz des Bodenschatzes schärfere Konturen zu verleihen.

Der nächste große Bärburg-Schritt, den sich der Heimatverein vorgenommen hat, betrifft die Überdachung der Stätte. "Die jetzt ins Auge gefasste robuste Variante würde sich laut Kostenvoranschlag auf 9000 Euro belaufen", erklärt Günter Wagener, "ein durchsichtiges Flachdach mit sieben Pfosten und einer Fläche von 16 mal 10 Metern." Er befinde sich in Gesprächen mit möglichen Förderern, aber es sei nicht abzusehen, ob die Finanzierung noch in diesem Jahr gesichert werden kann.

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