Der Krankenstand im Jerichower Land ist angestiegen. Das sagt der DAK-Gesundheitsreport für das Jahr 2013. Verletzungen und Beeinträchtigungen am Muskel-Skelett-System haben zugenommen. Noch immer über Landesdurchschnitt liegen die psychischen Erkrankungen.

Burg/Genthin l Mehr Erkältungen, Vergiftungen, Verletzungen oder Beschwerden des Kreislaufsystems, dafür aber weniger, und damit entgegen dem Landestrend, psychische Erkrankungen stellt die Krankenkasse DAK Gesundheit in ihrem Gesundheitsreport für das Jahr 2013 fest. 8000 Versicherte aus dem Landkreis sind bei der DAK Gesundheit versichert und haben sich an der Studie beteiligt. "Es handelt sich hierbei um eine Vollerhebung. Jeder Krankheitsschein fließt in die Erhebung mit ein", erklärt Michael Fräßdorf von der DAK-Gesundheit.

Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen sind gegenüber 2012 um 0,3 auf fünf Prozent im Kreis gestiegen. Das bedeutet: An jedem Tag des Jahres waren von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 50 krankgeschrieben. Beinahe jeden vierten Fehltag und damit die meisten Krankschreibungen im Kreis verursachten erneut Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen. Danach folgen Verletzungen (Schnittwunden, Arbeitsunfälle, Unfälle zu Hause), Erkrankungen des Atmungssystems wie grippale Infekte oder Bronchitis und psychische Erkrankungen. Diese sind zwar gegenüber 2012 um 20 Arbeitsunfähigkeitstage auf 228 pro 100 Versicherte zurückgegangen, liegen dennoch über dem Landesdurchschnitt (205).

Ein besonderes Augenmerk der Studie lag auf der sogenannten Rushhour-Generation. Die "Rushhour" bezeichnet die Lebensphase zwischen 25 und 39 Jahren, in der sich vielfältige Herausforderungen aus Beruf und Familie ballen. Ein Ergebnis der Analyse von 3000 bundesweit befragten Männern und Frauen: Obwohl viele Menschen ab 25 Jahren wegen Mehrfachbelastung unter Druck stehen, wirkt sich das kaum auf die Krankschreibungen aus. Sie fallen seltener im Job aus als jüngere Kollegen und sind kürzer krankgeschrieben als die Älteren. Dennoch: "25- bis 39-jährige Arbeitnehmer sind besonders beansprucht. Der in dieser Gruppe niedrigere Krankenstand darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in diesem Alter bereits erste Anzeichen für chronische Krankheiten bilden", so Fräßdorf. So sind in Sachsen-Anhalt in der Rushhour des Lebens bereits jeder fünfte Mann und jede vierte Frau mit Rückenproblemen in Behandlung.

Der höchste Krankenstand in Sachsen-Anhalt wurde mit 5,5 Prozent im Salzlandkreis verzeichnet, der niedrigste mit 4,6 Prozent in der Stadt Magdeburg sowie in den Landkreisen Börde und Harz.