Oschersleben l Die neue Oschersleber Friedhofssatzung wird von Volksstimme-Lesern heftig kritisiert. Im Fokus steht die geplante Verteuerung der Nutzung der Trauerhallen.

So schreibt Christina Schulze aus Oschersleben: "Unglaublich. Bei diesen Preisen macht man sich schon Gedanken, wie die Hinterbliebenen die Beerdigung finanzieren sollen." Um würdevoll unter die Erde zu kommen, müsse schon zu Lebzeiten für seinen Tod gespart und damit vorgesorgt werden. Ansonsten würden Betroffene als Sozialfall beerdigt.

Bei Stadtratsentscheidungen wie der betreffenden sollte künftig ein Bestattungsunternehmer als Berater einbezogen werden. Außerdem meint die Oschersleberin: "Alle Achtung für die vier Stimmen, welche bei der Stadtratssitzung gegen eine Erhöhung waren."

Für eine weitere Leserin, die nicht möchte, dass ihr Name genannt wird, er der Redaktion aber bekannt ist, "schreit die neue Satzung zum Himmel". "Dass das Sterben teuer ist, wissen wir nun schon seit über 20 Jahren. Aber in Oschersleben ist es vergleichsweise superteuer." Die geplanten Erhöhungen, sowohl was Bestattungen als auch die Nutzung der Trauerhallen betrifft, seien unverhältnismäßig. "Dagegen kann man nur protestieren, denn jeder Bürger zahlt ja schon genug Steuern, angefangen bei der Mehrwertsteuer."

Leserin: Ratssitzungen in die Trauerhalle verlegen

Die neuen Regelungen seien nur mit Ironie zu ertragen. So zeigt die Leserin auf sarkastisch-ironische Weise mehrere Lösungsvorschläge auf und regt an, Trauerfeiern künftig im Freien abzuhalten. Außerdem bietet sie die Einführung einer gänzlich neuen Bestattungskultur an: "Es könnte ja gleich im Wirtshaus bei Kaffee und Kuchen an der Urne des teuren Verstorbenen Abschied genommen werden. Eine Marktlücke für die Gastronomie!"

Doch was wird dann aus den Trauerhallen? Auch dafür hat die Leserin Lösungen parat. "Vielleicht tagt dann der Stadtrat dort, wenn der Rathaussaal zu teuer wird. Dann könnten in diesem Ambiente weitere gruselige Beschlüsse gefasst werden."

Laut Stadtratsbeschluss vom 1. Oktober tritt die neue Friedhofssatzung am 8. November in Kraft. Demnach werden nicht nur die Entgelte für die unterschiedlichen Bestattungsarten auf den Friedhöfen Oschers- lebens und seiner Ortsteile um rund 16 Prozent steigen. Die Nutzung der Trauerhallen soll sogar von derzeit 150 auf 310 Euro, also mehr als 10 Prozent, steigen.

Laut Stadtverwaltung wurde die Neufassung der Satzung notwendig, weil nach dem Kommunalabgabengesetz des Landes die Kalkulationen von Benutzungsgebühren auf Friedhöfen drei Jahre nicht überschreiten dürfen. Zudem liege der Kostendeckungsgrad auf den Oschersleber Gräberfeldern bei 100 Prozent.