Bergfriede (il) l Beim Heben des im Mitellandkanal gesunkenen Güterschiffs "Rothensee" ist es zu Komplikationen gekommen: Das ohnehin schon schwer beschädigte Schiff ist auf Höhe des Führerhauses weiter gebrochen. Ein gut zwei Meter breiter Riss hat sich gebildet. "Das wird die Bergungsarbeiten weiter verzögern", sagte Kai Römer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen. Geplant war, den Frachter bis spätestens Donnerstag schwimmfähig zu machen. "Ob wir diesen Zeitplan einhalten können, müssen wir sehen. Aber es wird schwierig", so Römer. Nun müssen Stahlplatten an den Rumpf des Frachters geschweißt werden, um ihn zu stabilisieren.

Vor acht Tagen war es an der Anlegestelle Bergfriede bei Oebisfelde zu dem Schiffsunfall gekommen. Nach einem missglückten Anlegemanöver war die Rothensee quer zur Fahrtrinne auf den Mittellandkanal zurückgetrieben. Ein folgendes Güterschiff, die "Andromeda" war in die Rothensee gefahren, die samt ihrer LAdung von 817 Tonnen Eisen sofort sank. Die Besatzungsmitglieder beider Schiffe blieben unverletzt.

Warum das Anlegemanöver der Rothensee misslang ist noch nicht geklärt, eine Ursache könnte ein technischer Defekt gewesen sein. Unterdessen ermittelt die Wasserschutzpolizei gegen den Schiffsführer der Andromeda wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr. Ein Sprecher der Wasserschutzpolizei sagte, es gebe zumindest Ansätze, dass der Kapitän nicht alles getan habe, um sein Schiff rechtzeitig zum Stehen zu bringen.

Der Mittellandkanal ist seit acht Tagen voll gesperrt, andere Schiffe müssen einen mehr als 400 Kilometer langen Umweg fahren. Wann die Bergungsarbeiten abgeschlossen sein werden und der Kanal wieder freigegeben werden kann, ist derzeit noch nicht klar. Sollten die Bergungsarbeiten planmäßig verlaufen, könnte die Strecke zum Wochenende wieder freigegeben werden

   

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