Der Abriss des Brückensteges über die Sülze in Sülldorf ist beschlossene Sache. Durch Absperrgitter wird vor dem Betreten des in die Jahre gekommenen Steges gewarnt. Die Gemeinde Sülzetal begründet diese Maßnahme mit erhöhter Unfallgefahr.

Sülldorf l Folge des Abrisses ist, dass die Ortschaft ihren letzten befestigten und beleuchteten Weg über die Sülze in der Nord-Süd-Achse verliert. Sülldorfs Ortsbürgermeister Sascha Ritter weiß um die Problematik. "Durch die Einbettung unseres Ortes in die räumlichen Gegebenheiten ist dieser in der genannten Ausrichtung ausschließlich nur zu Fuß zu queren. Somit ist die Verbindung des Weinberges mit der Dorfmitte - dem Hof Sülldorf - beziehungsweise dem Gemeindehaus mit Kindergarten nicht mehr möglich."

Die Straßeninfrastruktur ist hauptsächlich in die Ost-West-Richtungen ausgerichtet. "Somit ist Sülldorf, auch auf Grund seiner flächenmäßigen Ausdehnung, tatsächlich ein Fußgängerdorf", stellt Sascha Ritter fest. Nachdenklich stimmen Ortsbürgermeister und direkte Anwohner der Umstand, dass die nun einzige Zuwegung in Richtung Ortsmitte einer im Jahr 2005 neu errichteten Brücke nicht befestigt und unbeleuchtet ist. "Die angedachte Fertigstellung des Weges zieht sich seit neun Jahren hin. Daher nutzten die Sülldorfer vornehmlich den nun gesperrten Brückensteg."

Das wird zunächst nicht mehr möglich sein. Einer der betroffenen Anlieger ist Ewald Sauerbaum, dessen Grundstück auf kürzestem Wege nun nicht mehr zu erreichen ist. Anlass zur Hoffnung gibt aber der Gedanke, einen neuen Steg zu errichten.

"Wir wissen um die angespannte finanzielle Lage der Gemeinde Sülzetal, der umfängliche Mittel zur Wiederherstellung nicht zur Verfügung stehen. Daher werden wir eine Eigeninitiative zur Errichtung eines neuen Steges anregen", wirbt Sascha Ritter um möglichst breite Zustimmung und Unterstützung. Die Initiative wird zentrales Thema auf der kommenden öffentlichen Ortschaftsratssitzung sein.

In der Zwischenzeit ist der Ortsbürgermeister schon mal tätig geworden. "Beim Vor-Ort-Termin mit Zimmerer Christian Bukowski haben wir das Aufmaß genommen. Ein Planungsbüro ist involviert, das Vorschläge unterbreiten wird."

Prämisse wird sein, die finanzielle und handwerkliche Herausforderung auf möglichst vielen Schultern zu lagern, um die zukünftige Umsetzung aus einer Gemeinschaft heraus zu stemmen, setzt Ritter auf das Wir-Gefühl. "Signale der Unterstützung kamen vom Gemeinde-Bürgermeister Jörg Methner und Vertretern der Verwaltung beim gemeinsamen Rundgang am 28. Oktober. Auch Rückkopplungen seitens der Einwohner waren positiv. Es gibt bereits erste Spendenzusagen", verrät Sascha Ritter. "In der kommenden Woche wird es zwischen den Beteiligten ein Gespräch zum Thema geben. Ich bin zuversichtlich, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, um das Vorhaben zu realisieren."