Bei der Kleintierschau in Seehausen mit 267 Rassegeflügel und 96 Kaninchen sind am Wochenende die besten Züchter ausgezeichnet worden. 54 Aussteller aus nah und fern waren der Einladung des Kleintierzuchtvereins G128 "Einigkeit" gefolgt.

Seehausen l Die rund 40 Mitglieder des Kleintierzuchtvereins G128 "Einigkeit" hatten auch in diesem Jahr ihre Ausstellung mit 363 Tieren im Bürgerhaus "Zur Sonne" aufgebaut. 267 Rassegeflügel darunter 4 Gänse, 17 Enten, 46 große und 118 Zwerghühner sowie 82 Tauben von 39 Ausstellern konnten hier am Wochenende von den Besuchern in Augenschein genommen werden. Dazu gesellten sich 96 Rassekaninchen von 15 Ausstellern.

Bereits zum neunten Mal nahmen auch die Zuchtfreunde des Partnervereins, dem Geflügelzuchtverein Gadenstedt (Landkreis Peine) teil. "Weitere Gastaussteller, insbesondere aus Angern, die uns in diesem Jahr mit zehn Zuchtfreunden unterstützen, aus Alleringersleben sowie aus Dodendorf, Klein Oschersleben, Wormsdorf, Ochtmersleben, Wanzleben und Groß Rodensleben bereichern unsere Schau immer wieder aufs Neue", erklärt Ausstellungsleiter Bernd Bothe. Vier Geflügel- und zwei Kaninchen-Preisrichter hatten am Sonnabend die 363 Tiere bewertet. "Um 6 Uhr ging es los. Um 12 Uhr war die Jury fertig", erzählt er. Jeder Preisrichter habe für jedes Tier zirka drei Minuten "Beobachtungszeit". "Das ganze Bewertungssystem ist ziemlich aufwändig", merkte er an.

"Knapp 120 Käfige und zwei Volieren stehen im Saal. Mit dem Aufbau haben wir bereits vor gut einer Woche begonnen. Die Tiere wurden aber erst Freitagabend eingesetzt", erklärt Ronald Diefert, der seit elf Jahren Vorsitzender des Seehäuser Kleintierzuchtvereins G 128 "Einigkeit" ist. Er selbst hat sich der Taubenzucht verschrieben. Nächstes Jahr will der Verein hier sein 80-jähriges Bestehen feiern.

"Zum Jubiläum 2015 sehen wir uns hier alle wieder, wenn der Verein wieder eine tolle Schau bietet", sagte Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch (70). Er gehört dem Verein seit nunmehr 47 Jahren an. Wie der Ortschef so zeigten sich auch die Organisatoren über die Besucherresonanz mehr als zufrieden.

Zur Eröffnung schauten am Sonnabendnachmittag auch Vertreter der Kreisverbände Holm Twarkowski (Geflügel) und Martin Stichnoth (Kaninchen) vorbei. "Dass der Seehäuser Verein erneut viele Gastaussteller auf der Schau begrüßen kann, spricht dafür, dass die Mitglieder eine gute Arbeit leisten und eine gute Qualität bieten", sagte Stichnoth, der die Gunst der Stunde nutzte, um auch gleich die Werbetrommel für die am ersten Dezemberwochenende geplante Landesschau zu rühren. "Erstmals bauen wir auf dem Magdeburger Messegelände auf. Hier bieten sich für die Zuchtfreunde einfach bessere Präsentationsflächen", erklärte er den Grund für den Umzug.

Als "Top-Adresse mit Top-Tiermaterial" bezeichnete Holm Twarkowski vom Kreisverband der Rassegeflügelzüchter die Seehäuser Kleintierschau. Kritisch hingegen sehe er die Ausstellungsauflagen, die von Jahr zu Jahr immer bürokratischer und länger werden. "Die neueste Verordnung verbietet den Vereinen auf der Schau lebende Tiere im Rahmen einer Tombola zu verlosen", nennt Twarkowski ein Beispiel. Ein Verstoß würde mit einer 5000-Euro-Geldstrafe geahndet, hieß es.

Über dieses Verbot ärgerte sich auch Vereinsmitglied Simone Diefert, die traditionell die Verlosungsaktion für den Seehäuser Verein managt. "Die Auslobung der ,tierischen` Tombola war immer ein gute Aktion, um für das Hobby zu werben und den Nachwuchs zu begeistern. Im Vorjahr beispielsweise hat die Familie von Lasse Gegenwarth den stattlichen Hahn gewonnen. Der Kleine hat sich so gefreut, dass die Eltern das Tier kurzfristig zu Freunden nach Gehringsdorf gebracht haben, um sich einen eigenen Hühnerstall bauen zu können", weiß Simone Diefert zu berichten.

"In seinem Feriendomizil hat er für 21 Küken gesorgt. Seit Anfang April wohnt er bei uns", erzählt Stephanie Gegenwarth weiter. Ihr kleiner Lasse habe für den Hahn sogar einen eigenen Namen kreiert: "Chuk-Hahni". Der junge Seehäuser sei von der Geflügelzucht so angetan, dass er von Zuchtfreund Ingo Peuckert zudem noch drei Hühner geschenkt bekam. "Im September sind unsere ersten Küken geschlüpft", erzählt Lasses Mutti stolz. Ihr Vierjähriger sorge jeden Morgen dafür, dass die Tiere gefüttert und mit Wasser versorgt werden. "Er sammelt auch die Eier ein und macht gemeinsam mit seinem Papa den Stall sauber", versichert sie.

In diesem Jahr wurden folgende Züchter Vereinsmeister: Anka Witte (Amerikanische Pekingenten weiß), Willi Lindau (Hühner, Rheinländer schwarz), Burkhard Witte (Zwerg Rheinländer schwarz), Simone Diefert (Einfarbige Schweizertauben weiß), Vereinsmeister Kaninchen Dieter Tietz, Vize-Vereinsmeister wurde Kaninchenzüchter Andreas Hanusch, Jugendmeister sind Lillian Dörge (Geflügel) und Lisa Diefert (Kaninchen).

Züchter Richard Rataj wurde für seine Gesamtleistung um die besten zehn Tiere (Zwerg-Barnevelder braun/schwarz doppeltgesäumt) ausgezeichnet.

   

Bilder