Es ist ein besonderes Erlebnis, dem Klang von Jagdhörnern in einer großen Kirche zu lauschen. Diese Freude machten die Heide-Jagdhornbläser aus Burgstall in den letzten beiden Jahren bei der inzwischen traditionellen Hubertusmesse in der Kirche St. Martini in Altenweddingen.

Altenweddingen l In diesem Jahr war es anders: Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens spielten die Musiker in dieses Mal nicht auf Jagdhörnern sondern auf wesentlich weicher klingenden Waldhörnern. Über 120 Gottesdienstteilnehmer lauschten am ersten Novembersonntag den jagdlichen, aber auch konzertanten Klängen der Hörner in dem festlich mit dem Grün des Waldes geschmückten Gotteshaus und waren vom musikalischen Gesamteindruck sehr begeistert.

Den Ursprung dieser besonderen Gottesdienste erklärt Reinhardt Schwarzenau, Vorsitzender des Kirchbaufördervereins Altenweddingen und Mitorganisator des Konzerts: "Es handelt sich um eine Sage, die den Adligen Hubertus von Lüttich betrifft. Diesem begegnete bei der Jagd ein weißer Hirsch, der ein leuchtendes Kreuz im Geweih trug. Dieses Ereignis ließ den rücksichtslosen Menschen in seinem rauen Treiben inne halten und bekehrte ihn zum christlichen Glauben. Heute gilt Hubertus als Schutzpatron der Jäger, der Umwelt und der Tiere."

Alljährlich wird in Hubertusmessen an dieses Ereignis erinnert und dies mit einer Aufforderung verbunden, im Zusammenleben von Mensch und Tier Fairness und Achtung walten zu lassen. So ging auch Pfarrer Wolfgang Löbe in seiner Predigt auf die Schöpfungsgeschichte ein und spannte einen weiten Bogen vom Garten Eden über die Arche Noah in unsere heutige Welt. Er sprach von der Verantwortung des Menschen, Tiere sorgsam zu behandeln, Natur und Umwelt zu schützen und nicht kurzsichtig und nur aus Gründen der Gewinnmaximierung und Kostensenkung die Vielfalt der Natur zu zerstören. Der Gemeinde rief er zu "Die Verantwortung, die Gott am Anfang den Menschen übertrug, als er den Tieren Namen geben sollte, liegt weiter auf unseren Schultern. Sie als Jäger und Förster, als Naturliebhaber oder Wanderer bringen sich an entscheidender Stelle dabei ein!" Sicher sei es oft nicht leicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen, schließlich müssten wir dazu auch unseren eigenen Lebensstil und unser Konsumverhalten kritisch hinterfragen. "Ehe wir zum nächsten Schnäppchen greifen, sollten wir auch den versteckten Preis unseres Sonderangebotes kennen. "Doch dürfen wir uns nicht die Freude an der Natur nehmen lassen, ist sie doch Ausdruck der Vielfalt der göttlichen Schöpfung" führte Pfarrer Löbe abschließend aus.

Nach der Hubertusmesse traf sich die Gemeinde fast geschlossen an der Gulaschkanone vor dem Kirchturm, um bei Erbsensuppe und Glühwein den herrlichen Herbsttag zu genießen.