Edmund Reschke aus Seehausen wird seine Autobiografie am Sonnabend im Bürgerhaus "Zur Sonne" vorstellen. Der 78-Jährige erzählt seine Lebensgeschichte, verewigt auf 184 Seiten.

Seehausen l Edmund Reschke hat sein Leben aufgeschrieben. 1936 bei Danzig geborenen, hat der heute 78-Jährige die Wirren und Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges miterlebt. Mit der Umsiedlung ging es für ihn und seine Familie 1946 in die Altmark nach Salzwedel. "Meine zweite Heimat", sagt er. Bereits in jungen Jahren hängt sein Leben am seidenen Faden. Als Neunjähriger sucht er an einem Sommertag im Juli 1946 unter einem Heuwagen Schutz vor einem Gewitter. Er wird vom Blitz getroffen. Bei dem Unglück zieht er sich schwere Verbrennungen in der linken Gesichtshälfte sowie am Oberschenkel zu. Auch diese Geschichte gehört zu seiner Autobiografie, die den Titel "Ein Leben als Landwirt. Vom Aussiedlerkind von Landarbeitern zum Leiter großer Betriebe" trägt. Am Sonnabend wird der 78-Jährige sein erstes Buch im Seehäuser Sonnensaal vorstellen. Er sei schon ein bisschen aufgeregt, wie sein Werk beim Publikum ankommen wird, gibt Reschke zu. Die Lesung beginnt im Bürgerhaus um 11 Uhr. Der Senior hat sich für die Dokumentation seines Lebens auf 184 Seiten, bebildert mit Fotos aus privaten Alben, Zeit genommen. Das erste Kapitel schlug er bereits im Winter vor kapp zehn Jahren auf, fortan schrieb er immer in der kalten Jahreszeit weiter. Entstanden ist die Geschichte seiner Kindheit, seiner Jugend, seiner beruflichen Entwicklung, bis ins Rentenalter hinein. Seit 2002 genießt der Seehäuser seinen Ruhestand.

Seine Karriere nahm früh Fahrt auf. Reschke studiert Landwirtschaft und wird mit 22 Jahren LPG-Vorsitzender und Leiter in verschiedenen VEG des Bezirkes Magdeburg. Seiner Tätigkeit als Agronom im Volkseigenen Gut Hakenstedt folgt die Ernennung zum Direktor in Egeln. Weitere Stationen folgen. Bis zur Wende ist er Direktor des VEG Seehausen/Börde.

Nach der Wiedervereinigung leitet der Diplom-Landwirt bis zur Privatisierung das Gut Seehausen mit Sitz in Meyendorf. Danach arbeitet er als Geschäftsführer im privatgeführten Gut Klein Wanzleben. In diesen Geschichten und in vielen anderen, die er im Buch erzählt, werden die Jahre des Betriebsleiters wieder lebendig.

Das Wort Langeweile kennt der zweifache Vater und fünffache Großvater übrigens generell nicht. Selbst als Rentner ist er immer in Bewegung. Sei es bei der Gartenarbeit oder auf Reisen. "Für immer in Erinnerung wird mir die Zugreise mit meiner Frau Karla 2006 von Peking, durch die Mongolei bis hin nach Moskau bleiben", erzählt der Seehäuser, der am Sonnabend mit seiner Buchpremiere gewiss ein neues und spannendes Lebenskapitel aufschlagen wird.