Der Ortschaftsrat Langenweddingen ist am Mittwoch zur öffentlichen Sitzung zusammengekommen. Ein Schwerpunkt war der mögliche Wegfall des Bahnhofshaltepunktes im Ort. Gesprächsthema war auch die Aufhebung der Schuleinzugsbereiche.

Langenweddingen l Dieses Thema stieß bei den Einwohnern des Dorfes auf großes Interesse, wie der sehr gut gefüllte Saal des Bürgerhauses deutlich machte.

Heike Hempel und Britta Trolldenier hatten sich im Vorfeld mit einem Brief an die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) gewandt und Vorschläge zum Erhalt des Langenweddinger Haltepunktes unterbreitet.

Ortschaftsratsmitglied Christian Bütow (SPD) machte deutlich, dass die Attraktivität des Standorts Langenweddingen mit dem Wegfall des Bahnhofs sinken würde. "Wir müssen die Initiative ergreifen, um zu verhindern, dass unser Dorf künftig kein Haltepunkt des HEX mehr sein soll. Immerhin liegt es direkt vor den Toren der Landeshauptstadt und ist so attraktiv, wie es bestimmte Dinge anbietet. Dazu gehört auch ein funktionierender Nahverkehr, der nicht nur auf Busse beschränkt bleiben darf."

Klaus Grohs, Einwohner des Dorfes, berichtete aus langjähriger Erfahrung, dass Kapazitätsgrenzen beim Personenverkehr längst nicht erreicht sind. "Ich sehe recht häufig kaum besetzte Züge. Dennoch müssen wir überlegen, wie der Standort mit zumindest einem Haltepunkt gesichert werden kann."

Zu dieser Problematik äußerte sich Jörg Methner (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal. "Ich bin mit NASA-Geschäftsführer Klaus Rüdiger Malter in Kontakt getreten, habe aber bislang noch keine offizielle Stellungnahme erhalten, ob der Bahnhof in Langenweddingen geschlossen werden soll."

Zumindest für das Jahr 2015 sei der Standort gesichert, eine Fortsetzung für 2016 zu 90 Prozent wahrscheinlich, lautete die Aussage von Ortschaftsratsmitglied Norbert Dregger (SPD). "Unsere Bürger müssen die Land- und Kreistagsabgeordneten, die entlang der betroffenen Bahnstrecken ihre Wahlbezirke haben, sensibilisieren und in die Pflicht nehmen, sich für den Erhalt der Bahnhöfe bei uns einzusetzen." Ortsbürgermeisterin Jutta Spurek (Die Linke) sicherte in der Einwohnerfragestunde zu, dieses Thema aktiv und gemeinsam mit dem Gemeinderat anzugehen.

Ortschaftsratsmitglied Prof. Dr. Josef Kluba (CDU) stellte ein Mängelprotokoll vor, das auf der Ortsbegehung am 17. September gefertigt worden war, und übergab es zur Kenntnisnahme an die Ortschaftsräte. "Wir haben 13 Schwerpunkte festgestellt und in die Liste aufgenommen. Uns ist die Haushaltslage bewusst, aber wir sollten versuchen, mit eigenen Mitteln etwas zu bewegen. Ich glaube, dass auch ohne Haushalt einiges möglich ist."

Mehrere Einwohner hinterfragten nochmals die Aufhebung der Schuleinzugbereiche für die Grundschulen des Sülzetals, insbesondere Inhalte der Satzung. Der Gemeinderat hatte bereits den Beschluss gefasst, die Einzugsbereiche aufzuheben. Der Ortschaftsrat beschloss einstimmig, die am 6.Oktober besprochene Satzung dem Sozialausschuss vorzulegen. "Wir empfehlen, die geänderte Fassung abzulehnen. Wir werden mit dem Sozialausschuss am 17. November darüber sprechen", so Jutta Spurek.

Die Ortschaftsräte bemängelten, dass die Betriebshofmitarbeiter die Menge anfallender Aufgaben in den Dörfern nicht bewältigen können. "Einstellungen neuer Mitarbeiter seien aber nicht möglich, da der Stellenplan der Gemeinde auch für ihren Bürgermeister verbindlich ist", so Methner.