In Hamersleben haben sich am Wochenende 74 Kleintierzüchter des Kreises zur Jahresausstellung getroffen und an zwei Standorten 644 Tiere präsentiert. Gleichzeitig haben die Hamersleber Geflügelzüchter im 90. Jahr ihres Bestehens eine Jubiläumsschau veranstaltet.

Hamersleben l Die 20. Kreisverbandsschau der Rassegeflügelzüchter des Bördekreises zog am Wochenende zahlreiche Besucher nach Hamersleben in zwei Ausstellungshallen. Während in der Mehrzweckhalle eine Vielzahl verschiedener Taubenrassen und Zwerghühner begutachtet werden konnten, wurden die Besucher im Saal der Gaststätte Bloch von lautstarkem Gegacker, Geschnatter und Gekrähe empfangen. Hier war Groß- und Wassergeflügel untergebracht und sorgte an beiden Ausstellungstagen für lautstarke Aufmerksamkeit.

Wie der Kreisverbandsvorsitzende Peter Melichar während der Eröffnung sagte, sei die Rassegeflügelzucht nach wie vor ein sehr aufwendiges Hobby. "Um diese Tradition zu erhalten, müssen wir unbedingt an den Nachwuchs denken und unsere Jugend motivieren", forderte er auf. Wie er weiter sagte, gestalte sich die Arbeit der Züchter in den einzelnen Vereinen immer schwieriger. Oftmals seien bei Vereinsmitgliedern komplette Familien mit eingespannt, die sich um die Tiere kümmern, um die Pflege und Versorgung abzusichern.

Zur Eröffnung der Kreisschau waren neben den Ausstellern auch Vertreter vom Vorstand des Kreisverbandes sowie Bürgermeisterin Eva Stroka gekommen, die allesamt Glückwünsche "zur gelungenen Schau" überbrachten.

Insgesamt 74 Aussteller aus dem Bördekreis und aus Niedersachsen stellten im Rahmen der Schau 644 Tiere aus. "Das ist eine durchaus positive Bilanz, wobei wir einen Rückgang im Jugendbereich sowie bei großen Hühnern verzeichnen", berichtete Peter Melichar. Einen Zuwachs würde es hingegen bei Tauben und Zwerghühnern geben. Wie Melichar weiter mitteilte, haben insgesamt neun Preisrichter die Ausstellungstiere im Vorfeld bewertet. Die Bewertung erfolgte zum einen für die Aussteller innerhalb der Kreisverbandsschau und zum anderen für die Aussteller des Hamersleber Rassegeflügelzuchtvereins.

Im Anschluss an die Eröffnung gab Peter Melichar die Kreismeister bekannt (siehe Informationskasten). Die Übergabe der Meisterpokale erfolgt auf der Frühjahrsversammlung des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter.

Im Rahmen dieser Kreisschau haben die Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereins Hamersleben und Umgebung das 90-jährige Bestehen ihres Vereins gefeiert. Vertreter ortsansässige Vereine überbrachten ihre Glückwünsche, während Vereinsvorsitzender Peter Melichar auf eine wechselvolle Geschichte verwies, die das 90-jährige Vereinsleben bis heute prägen würde.

Die Gründungsversammlung des Geflügelzuchtvereins Hamersleben hatte am 18. April 1924 mit insgesamt elf Mitgliedern im Fischerschen Lokal Hamersleben stattgefunden. Später kamen dann Züchter aus Ottleben dazu. 1926 gab es eine erste eigene Geflügelausstellung. Die Mitgliederzahl stieg von Jahr zu Jahr, wobei die Geflügelzucht zu DDR-Zeiten hauptsächlich von der Selbstversorgung der Bevölkerung geprägt war, wie Peter Melichar erinnerte: "Der züchterische Aspekt hatte dabei kaum Bedeutung."

Nach der politischen Wende habe sich alles verändert, der züchterische Aspekt sei mehr und mehr in den Vordergrund gerückt. "Die Mitgliederzahlen sanken, die Arbeit innerhalb des Vereines wurde schwieriger, die Bedingungen für die Tierhaltung härter", so der Vereinsvorsitzende. Dennoch würden die Züchter aus Hamersleben und Umgebung nach wie vor ihre jährliche Vereinsschau veranstalten und sich zu Tier- und Stallbesichtigungen sowie Erfahrungsaustauschen treffen.

Bilder