Der Anglerverein Oschersleben/Bode und Umgebung hat einen Generationswechsel vollzogen. Ein neuer, vor allem jüngerer Vorstand ist auf der Mitgliederversammlung gewählt worden. Nach mehr als 25 Jahren gibt Gerhard Kleve den Vorsitz ab.

Oschersleben/Gröningen l Für die rund 450 Mitglieder des Anglervereins von Oschersleben und Umgebung (AVO) geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Während der Mitgliederversammlung in Gröningen zogen die Petrijünger, die rund um Oschersleben bis in den Harzkreis hinein in elf Ortsgruppen organisiert sind, Bilanz und vollzogen einen wichtigen Schritt. Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Die nachfolgende, jüngere Generation wurde bereits in den vergangenen Monaten auf das Amt vorbereitet, arbeitete bereits im "alten" Vorstand mit.

Ehe er sein Amt an den neuen Vorsitzenden Uwe Lehmann weitergab, zog Gerhard Kleve Bilanz. Die Petrijünger in den Ortsvereinen hätten vor allen Dingen ihre Aufgaben auch als Umweltschützer wahrgenommen und natürlich seien sie ihrem Hobby nachgegangen. In den Pachtgewässern rund um Oschersleben und entlang der Bode finden sie gute Fischbestände vor. Nach wie vor gäbe es allerdings Probleme, wiebeispielsweise das Wegerecht und das Befahren von Wegen, um Gewässer zu erreichen, die nicht geklärt seien. "Ein großes Stück Arbeit liegt noch vor uns hinsichtlich des Bodewehrs in Gröningen. Wegen des geplanten Einbaus einer Turbine samt Fischtreppe gibt es inzwischen eine dicke Mappe voller Schreiben, gab es unzählige Diskussionen und Begehungen. Dennoch ist die Sache noch nicht vom Tisch", so Gerhard Kleve. "Hoffentlich verlässt uns nicht der Mut, weiterzumachen", meinte der Vorsitzende zu dieser Problematik. In Sachen Bodewehr lobte er vor allen Dingen das Engagement des neuen Gewässerwartes Heimo Reilein.

Der AVO hat im Frühjahr wiederum einen Lehrgang zum Erwerb des Fischerei-scheins angeboten und erfolgreich durchgeführt.

"Für die Zukunft ist der Acker, sprich, sind unsere Gewässer, gut bestellt", meinte der scheidende Vorsitzende. "Ich war gern euer Vorsitzender und habe gespürt, dass dies auf Gegenseitigkeit, Vertrauen und Kameradschaft beruhte. Gemeinsam haben wir viel erreicht, haben gute Angelgewässer mit einem guten und gesunden Fischbestand, eine gesunde Vereinsstruktur und tolle Mitglieder."

"Wir sind ein gesundes Unternehmen, was die Finanzen betrifft. Zum 1. Oktober 2014 zählten wir 454 Mitglieder in unseren Reihen. 58 Angler konnten neu gewonnen werden, 30 haben uns verlassen," erklärte der Finanzchef des Vereins, Alfred Kühne.

Aktiv war in den vergangenen Monaten die Gewässeraufsicht unterwegs. Rainer Mock musste berichten, dass zunehmend mehr Angler ohne Papiere angetroffen werden. Er verlangte, mehr ehrenamtliche Fischereiaufseher zu benennen und sie mit den notwendigen Papieren auszustatten.

Im kommenden Jahr kann der AVO sein 25-jähriges Bestehen feiern. Hervorgegangen ist der Verein 1990 aus dem DAV-Kreisfachausschuss Oschersleben. Die Wurzeln des heutigen Vereins liegen allerdings im Anfang der fünfziger Jahre. Damals gab es schon einen Kreisanglerverein in der Bodestadt. Seit 1994 sind die Oschersleber Angler Mitglied im Verband Deutscher Sportfischer.

Vor Beginn der Mitgliederversammlung hörten die Männer einen Vortrag. Redner Steffen Zahn, Abteilungsleiter im Institut für Fisch- und Gewässerökologie Potsdam/Sacrow, ging in seinen Ausführungen unter dem Thema: "Die fischereiliche Entwicklung der Bode".vor allem auf die Veränderungen des Gewässers hinsichtlich der Wasserqualität und des Fischartenspektrums im Bereich des AVO ein. "Der überaus interessante Vortrag kann über den VDSF-Landesanglerverband abgerufen werden. Steffen Zahn sprach auch auf die Zielstellung an, die Bode dem Lachsprogramm anzuschließen. Dafür allerdings muss eine Durchgängigkeit von der Quelle bis zur Mündung hergestellt werden. Doch allein in unserer Region gibt es über 22 Querverbauungen", so Gerhard Kleve.

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