In einer Petition fordert die Arbeitsgruppe "Besorgte Eltern der Gemeinde Ausleben" den Verbandsgemeinderat der Westlichen Börde auf, den Beschluss aus dem Jahr 2013 zur Schließung der Ausleber Grundschule zurückzunehmen. Zuvor hatte sich die Arbeitsgruppe noch einmal mit weiteren Ausleber Einwohnern abgestimmt.

Von Yvonne Heyer

Ausleben l Auf Einladung der Arbeitsgruppe "Besorgte Eltern der Gemeinde Ausleben" waren zahlreiche Bewohner des Ortes in der Schule zusammengekommen. In dieser Informationsveranstaltung wurden die Aktivitäten der Arbeitsgruppe und des Gemeinderates in Sachen Grundschule zusammengefasst, Fragen beantwortet und über die Grundschulstandorten in der Verbandsgemeinde Westliche Börde diskutiert. Am Ende wurde eine Petition verfasst, in der der Verbandsgemeinderat aufgefordert wird, den Beschluss zur Schließung der Ausleber Grundschule zurückzunehmen.

Den Einwohnern die Konsequenzen aufgezeigt

Die Arbeitsgruppe wollte den Einwohnern der Großgemeinde von Angesicht zu Angesicht rüberbringen, welche Konsequenzen sich aus dem Beschluss des alten Verbandsgemeinderates vom 11. Juli 2013 ergeben. Der damalige Rat hatte beschlossen, die Grundschulen in Ausleben und Kroppenstedt zu schließen. Am Standort Ausleben sollten nach diesem Beschluss mit dem Schuljahr 2017/18 die Lichter ausgehen und die Jungen und Mädchen künftig in Hamersleben beschult werden.

Die Arbeitsgruppe "Besorgte Eltern der Gemeinde Ausleben" fordert nun in ihrer mit den anderen Veranstaltungsteilnehmern erarbeiteten Petition, diesen Beschluss aufzuheben. Erst recht, da kein Einsparpotenzial zu erkennen wäre. "Schon jetzt gibt es nur vier Lehrkräfte in der Ausleber Grundschule, die Schulleiterin teilen wir uns mit der Grundschule Hötensleben, wie auch die Sekretärin und den Hausmeister mit der Sekundarschule", heißt es in der Petition.

Neue finanzielle Belastungen hingegen würden nach der Schulschließung durch die Fahrtkosten entstehen. Sehr viel Geld müsse zudem in den Umbau von zwei Grundschulstandorten investiert werden, um überhaupt alle Schüler aufnehmen zu können. "Und das, obwohl die finanzielle Lage der Verbandsgemeinde dies nicht zulässt.... Makaber ist auch die Tatsache, dass die Hamersleber Schüler für den Zeitraum der Sanierung ihrer Grundschule in Ausleben zur Schule gehen sollen. Das zeigt, dass der Platz in Ausleben gegeben ist", heißt es weiter in dem Schreiben der Arbeitsgruppe. Diese forderte weiterhin, den Schulschließungsbeschluss für die Grundschule Kroppenstedt zurückzunehmen. Unnötig müssten Steuergelder für einen derzeit nicht notwendigen und nicht förderfähigen Umbau der Gröninger Grundschule ausgegeben werden.

Ausleber stehen hinter ihrer Grundschule

"In der öffentlichen Beratung der Arbeitsgruppe hatten die Bürger noch einmal gezeigt, dass sie hinter ihrer Grundschule stehen und diese erhalten wollen", wie Bürgermeister Dietmar Schmidt feststellt, der die Veranstaltung moderiert hat.

Mit dem Schulschließungsbeschluss sei ein Keil in die Gemeinschaft der Verbandsgemeinde getrieben worden. "Viele Ausleber Bürger fühlen sich hier nicht mehr vertreten", so das Fazit.

In der Westlichen Börde ein Umdenken erforderlich

Da es in den zurückliegenden Monaten eine massive Bewegung zum Thema Schulschließungen in der Landespolitik gegeben habe, sei dringend auch in der Westlichen Börde ein Umdenken erforderlich. "Machen wir es wie die Volksvertreter in Oschersleben und Wanzleben, zeigen zivilen Ungehorsam und setzen dem Schließungswahn ein Ende, in dem der Beschluss vom 11. Juli 2013 zurückgenommen und der Erhalt aller vier Grundschulstandorte beschlossen wird", steht in der Petition, die von Mike Schannor (Vorsitzender des Kuratoriums der Kindertagesstätte "Schloss Trautenburg") und Anita Sturzbecher (Vorsitzende des Schulelternrates der Grundschule Ausleben) unterschrieben ist. Die Aufhebung des Beschlusses könne der neue Verbandsgemeinderat damit begründen, dass schließlich er die finanziellen Auswirkungen zu tragen habe.

Bürgermeister Dietmar Schmidt hofft, dass in der Verbandsgemeinde ein Konsens gefunden wird, den Schulschließungsbeschluss aufzuheben und alle vier Grundschulen zu erhalten. Schmidt hofft zudem auf die Landtagswahlen 2016 und darauf, dass die jetzigen Standpunkte zu den Schulschließungen noch einmal überdacht werden.

Die Petition hat Mike Schannor in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates in Gröningen verlesen und sie dem Verbandsgemeinderatsvorsitzenden Dietmar Hobohm übergeben.