Noch immer harrt der Löschteich in der Völpker Bergmannssiedlung seiner Wiederbefüllung und lagert an seiner Böschung giftiger Schlamm. Im Verbandsgemeinderat wurde die Situation jüngst als höchst unbefriedigend bezeichnet, gar als verantwortungslos, weil etwa die Löschwasserversorgung für den Kindergarten nur provisorisch gegeben ist.

Völpke l Hätte man den Schlamm nur Schlamm sein lassen - so ging es gewiss vielen Gemeindevertretern durch den Kopf. Manch einer äußerte sich auch so angesichts der ausufernden Problematik um den Löschteich und seine als gefährlich eingestuften Sedimente. Der schadstoffbelastete Boden war Gegenstand von Proben und Prüfungen auf Amtsebene, hinzu komme die "schwierige Zusammenarbeit mit der beauftragten Firma", wie Frank Frenkel sagte. Der Verbandsbürgermeister sprach in diesem Zusammenhang spürbar verärgert von "phlegmatischem Wirken" und teilte die Bedenken, was die mangelnde Löschwasserversorgung anbelangt. "Der Landkreis ist über die Situation in Völpke informiert, aber die abschließende Prüfung der Bodenproben und die Verfügung über das weitere Verfahren mit dem Schlamm hat dort wohl Priorität", kritisierte Frenkel.

Löschplan behelfsmäßig über Tanker abgedeckt

"Ein starkes Stück", bekundete auch Ratsmitglied Reinhard Falke (Grüne) Unverständnis, "Völpke ist im Grunde also seit Monaten ohne stationäre Löschwasserversorgung. Nicht auszudenken, wenn dort was passiert." Die Kindertagesstätte "Sperlingslust" befindet sich im 300-Meter-Radius um den leeren Teich. Das müsste eigentlich Argument genug für eine zügige Lösung sein, so der Tenor im Rat. Aber der Schlamm muss weiterhin am Ufer verweilen, und der Teich kann nicht befüllt werden, weil der Auftragnehmer seinen Auftrag erst halb erfüllt hat.

"Natürlich haben wir den Löschversorgungsplan so gut es geht über die zur Verfügung stehenden Tankfahrzeuge angepasst", betonte Frenkel. Dennoch sei es unerlässlich - wie auch die Feuerwehrexperten im Gremium bestätigten -, den Anschluss an das Gewässer umgehend wieder herzustellen.

Angefangen hatte alles, als der Teich im März im Zuge der Sanierung der Bergmannssiedlung leergepumpt wurde, um Druck von der straßenbegleitenden Böschungsseite zu nehmen. Zugleich bot sich damit die lang erwartete Gelegenheit der Entschlammung. Als sich daraufhin ein Landwirt erbot, den Schlamm auf seinen Acker zu verbringen, begann die Testreihe. Die Sedimente mussten im Labor untersucht werden. Ergebnis der ersten Probe: zu hoher Schadstoffgehalt, kostenpflichtige Waschung und Sonderentsorgung erforderlich. Was aber ausgetrocknetes Material voraussetzt. Die Trockenzeit wurde genutzt, um einen entsprechenden Kostenbeschluss über 40000 Euro zu fassen, verbunden mit der Hoffnung, dass in dieser Zeit auch natürlicher Giftstoffabbau erfolgt und dadurch nur die um die Hälfte billigere Sonderentsorgung anfällt. Eine zweite Probenuntersuchung sollte Aufschluss darüber geben.

"Unsere Hoffnung hatte sich zunächst erfüllt", erklärte dazu Frank Frenkel. Die Zweitprobe ergab eine nur noch schwache Belastung." Doch das Umweltamt beim Landkreis hegte Zweifel am Ergebnis und verfügte eine dritte Überprüfung.

Dritte Untersuchung ist jetzt abgeschlossen

"Deren Ergebnis liegt nun endlich abschließend vor", verkündete Frenkel gestern auf Volksstimme-Nachfrage, "und es ist vollbracht." Der Boden sei als Deponieklasse eins eingestuft worden, das bedeute Sonderentsorgung, aber keine Bodenwaschanlage. Bliebe noch das für Aushub und Abstransport zuständige Unternehmen aus Flechtingen, das laut Frenkel einzige, das gewillt war, die Entschlammung vorzunehmen: "Wir haben die Zusage, dass die Restarbeiten samt Transport jetzt angegangen werden." Es sei wetterabhängig, sollte aber noch in diesem Jahr erledigt sein. Der Löschteich werde dann über einen nahe gelegenen Brunnen befüllt.

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