Der neue Radweg von Sülldorf nach Osterweddingen trägt jetzt den Namen "Editha Bösche Radweg". Die verstorbene Verwaltungsmitarbeiterin hatte sich sehr stark für den Bau des Radwegs engagiert.

Osterweddingen l Der Landkreis Börde hatte Ende August mit dem Bau des Radweges von Sülldorf nach Osterweddingen begonnen. Die Arbeiten sollten Mitte Oktober beendet sein. Jedoch verzögerte sich die Bepflanzung, so dass der Weg zwar befahrbar ist, aber die offizielle Verkehrsfreigabe durch Landrat Hans Walker (CDU) aus Oschersleben soll erst erfolgen, wenn auch die Büsche und Bäume gepflanzt sind und somit der erste Bauabschnitt völlig fertig ist.

Der Radweg führt entlang der Kreisstraße 1226 von Osterweddingen über Sülldorf und Bahrendorf nach Altenweddingen. Seit 1989 hat sich diese Kreisstraße zum bedeutenden Zubringer nach Magdeburg entwickelt.

Mit der Sanierung der Straße ist der sogenannte Sommerweg weggefallen. Seitdem müssen Radfahrer die Kreisstraße benutzen, was aus Sicht der Bürger wegen des starken Fahrzeugverkehrs sehr gefährlich ist.

Die Bürger träumten von einem Radweg, aber so richtig dran geglaubt, dass dieser Traum in Erfüllung gehen würde, hat wohl niemand mehr. Bis auf Editha Bösche, die ehemalige Mitarbeiterin des Bauamtes der Gemeinde Sülzetal hat schon während ihrer Dienstzeit um viele Sachen gekämpft und ist solange am Ball geblieben, bis das Ziel erreicht war.

"Eigentlich war die Schließung des Osterweddinger Kindergartens 1995 schon beschlossene Sache der damaligen Verwaltungsgemeinschaft. Frau Bösche hat mir damals alles Notwendige erarbeitet, so dass wir vom Landesjugendamt 1996 eine unbefristete Betriebserlaubnis erhalten haben. Auch die Kindertagesstätte Sülldorf wurde mit ihrer Hilfe zu Außenstelle der Kindertagesstätte Osterweddingen, so dass auch dieser Kindergarten heute noch erhalten ist", erinnerte sich der ehemalige Bürgermeister der Einheitsgemeinde Sülzetal, Erich Wasserthal (CDU) aus Osterweddingen.

Fördermittel für die Sanierung des sogenannten Kriegerdenkmals, die Kirche lag Editha Bösche sehr am Herzen. "Es gibt viele Stellen in unserer Gemeinde, wo Frau Bösche ihre Spuren hinterlassen hat", sagte Wasserthal.

Im November 2011 übergab Editha Bösche an Landrat Hans Walker 840 Unterschriften von Einwohnern vor allem aus Bahrendorf, Sülldorf und Osterweddingen, die sich damit für den Bau des Radweges einsetzten.

Es ging den Unterzeichnern darum, eine sichere Verkehrsmöglichkeit für Radfahrer entlang der Kreisstraße zu schaffen. Editha Bösche hatte immer wieder im Eigenbetrieb Straßenbau und -unterhaltung beim Landkreis Börde nachgefragt, "damit das Vorhaben nicht in Vergessenheit gerät", wie sie sagte. Nun ist der erste Bauabschnitt fertig, doch kann Editha Bösche ihren Erfolg nicht mehr genießen, denn sie ist nach einer schweren Krankheit noch vor der Fertigstellung verstorben.

Fast der gesamte Osterweddinger Ortschaftsrat, die Ortsbürgermeisterin Birgit Wasserthal (CDU) und viele Einwohner waren sich sofort einig, dass das Engagement von Editha Bösche für den Ort Osterweddingen gewürdigt werden muss. Mit einer Gegenstimme wurde im Ortschaftsrat beschlossen, dass der Radweg "Editha Bösche Radweg" genannt werden soll. Die Bürgermeisterin bestellte DIN-gerechte Schilder und Birgit Wasserthal dachte, dass diese Schilder sofort angebaut werden können.

"Doch da hatte ich mich geirrt", sagte Birgit Wasser- thal. "Damit die Benennung rechtssicher ist, empfahl mir Hauptamtsleiter René Kellner folgende Schritte: Einholung der Zustimmung des Sülldorfer Ortschaftsrat, Beschlussfassung durch den Gemeinderat, Genehmigung des Landkreises. Die verwaltungstechnischen Kleinigkeiten waren schnell erledigt. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Ortschafts- und Gemeinderäten bedanken, die dafür gestimmt haben", berichtete die Ortsbürgermeisterin. Besonderer Dank gelte der Verwaltung der Gemeinde Sülzetal, hier insbesondere René Kellner für seinen Tipp, Annelen Miehe vom Eigenbetrieb Straßenbau und -unterhaltung des Landkreises, dem Ortsbürgermeister von Sülldorf, Sascha Ritter, und Ullrich Neumann vom Bauhof der Gemeinde für ihre Hilfe.

Die Mitglieder der Radsportfrauen des Osterweddinger Radsportvereins, einige Mitglieder der Seniorengruppe und interessierte Bürger sowie Birgit Wasserthal waren dabei, als Ullrich Neumann die Namensschilder für den Radweg anbrachte. "Mit der Benennung des Weges als `Editha Bösche Radweg` setzen wir den Willen vieler Einwohner um und erinnern auf ewig an ihr Engagement für unsere Heimatgemeinde", würdigte Birgit Wasserthal den Einsatz der Verstorbenen.