Verschmutzte Straßen, Wege und Plätze am Silvestermorgen in Oschersleben: Die Spuren des Jahreswechsels sind in der Bodestadt nicht zu übersehen. Den Gastronomen Vanhoang Doan traf es besonders hart. Sein Imbiss wurde das Opfer eines Feuers. Trotzdem ziehen Feuerwehr und Polizei eine positive Bilanz.

Oschersleben l Fassungslos steht Vanhoang Doan vor seinem Imbiss am Kreisverkehr Am Hackelberg in Oschersleben. Von außen ist dem kleinen gelben Gebäude nicht viel anzusehen: Ein paar Dachziegel liegen nicht mehr dort, wo sie eigentlich ein wasserdichtes Dach bilden sollen. Hier prangt nun ein Loch. Außerdem sind Jalousien offenbar aus ihren Verankerungen gerissen worden. Doch ein Blick in das Innere des Ladens fördert das ganze Ausmaß zutage. Über allen Möbeln und technischen Geräten liegt eine dicke Rußschicht. Teile der Zwischendecke hängen von oben herab und es stinkt nach verkohltem Holz und Kunststoff. Hier hat es gebrannt.

"Genau 50 Minuten war das neue Jahr alt, da wurde Alarm von der Leitstelle in Haldensleben ausgelöst. Gemeldet wurde ein Brand Am Hackelberg", erklärt der Sprecher der Oschersleber Feuerwehr, Andreas Ehrhardt. Sofort seien der Einsatzleitwagen, das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und die Drehleiter besetzt worden und ausgerückt. Das Tanklöschfahrzeug folgte kurze Zeit später. "Vor Ort drang dichter Qualm aus dem Dach des Imbisses. Die Flammen fraßen sich am Schornstein entlang durch die Ventilationsanlage in die Zwischendecke", erklärte Ehrhardt weiter. Mittels Steckleiterteilen habe sich ein Trupp über das Dach zur Brandbekämpfung vorgearbeitet. Um löschen zu können, seien die Dachziegel beiseite geräumt worden. "Dabei haben wir die Reste von Silvesterraketen entdeckt. Die haben den Brand ausgelöst", ist sich der Feuerwehrsprecher sicher. Inzwischen sind Dutzende von Augenzeugen vor Ort. Einer von ihnen ist ein guter Bekannter des Imbissbesitzers, der diesen sofort per Telefon über das Unglück benachrichtigt. Nur wenige Minuten später ist Vanhoang Doan vor Ort. Weil auch der Gastronom die elektrischen Jalousien an Fenstern und Türen nicht mehr öffnen kann, müssen sie von der Feuerwehr mit Werkzeug aufgebrochen werden, um in das Innere des Raumes zu gelangen. "Das gesamte Gebäude war verqualmt, sodass ein zweiter Trupp unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vorgehen musste. Auch eine Wärmebildkamera kam zum Einsatz. Der Imbiss musste mittels Belüftungsgerät rauchfrei gemacht werden", beschreibt Andreas Ehrhardt das weitere Vorgehen der Feuerwehr und ergänzt: "Das Feuer konnte zwar schnell gelöscht werden, aber der Schaden durch die massive Verrußung ist enorm."

So sieht es auch der sichtlich schockierte Inhaber. "Es ist nicht nur das Feuer, das viel zerstört hat. Der giftige Ruß hat sein übriges getan", sagt Doan. Es schätzt den Schaden auf mindestens 20000 Euro. Erst im Jahr 2013 hat der aus Vietnam stammende Mann eine fünfstelliger Summe investiert und im November des gleichen Jahres eröffnet. "Alles war neu. Wie es jetzt weitergeht, weiß ich nicht", erklärt der Imbissbetreiber verzweifelt. Die Versicherung sei schon informiert. Mitarbeiter müssten den Schaden nun begutachten. "Doch wann das sein wird, weiß ich nicht", sagt Vanhoang Doan.

Die Feuerwehr Oschersleben war mit insgesamt vier Fahrzeugen und 17 Kameraden am Brandort. "Glücklicherweise war das der einzige Einsatz. Damit hatten wir vergleichsweise eine ruhige Silvesternacht", erklärt Andreas Ehrhardt unterdessen.

So sieht es auch die Polizei. "Wir hatten im Bereich Oschersleben neben dem Brand zwar ein paar kleinere körperliche Auseinandersetzungen. Das gehört aber zum Tagesgeschäft. Im Großen und Ganzen war es glücklicherweise sehr ruhig", sagte ein Sprecher des Polizeireviers in Haldensleben. Der Beamte hat gegenüber der Volksstimme unterdessen die Silvesterraketen als Brandursache in dem Oschersleber Imbiss bestätigt.

 

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