Ein arbeitsreiches Jahr 2014 mit zahlreichen Aktionen hat der Förderverein Schloss Ampfurth hinter sich gebracht. Der rührige Verein hat auch 2015 mit dem Burghof samt der einstigen Telegrafenstation viel vor.

Ampfurth l Mit einem Fest wurde im September 2013 der sanierte Ampfurther Burgturm wieder freigeben. Nach umfangreichen Arbeiten konnten Besucher wieder hoch hinauf in den Turm gelangen, in dem sich zwischen 1833 und 1849 die Station Nummer 16 der Königlich Preußischen Optischen Telegrafenlinie befand. Der außen am Turm angebrachte Treppenaufgang, der in die Telegrafenstube führte, wurde auch mit Fördermitteln der EU saniert.

Eigens für das Projekt hatte sich der Förderverein Schloss Ampfurth gegründet. Der Verein um den Vorsitzenden Achim Röttger, der auch der Ortsbürgermeister des Dorfes ist, arbeitet in der Interessengemeinschaft Optische Telegrafie mit und hatte sich mit der Sanierung des Turmes das Ziel gesetzt, die Erinnerungen an die einstige Telegrafenlinie und damit ein Stück Ampfurther Geschichte zu bewahren. Eng arbeitet der Förderverein mit den Akteuren rund um die einstige Telegrafenstation Nummer 18 in Neuwegersleben zusammen. Und diese öffnet zwischen April und September immer am letzten Sonntag des Monats für Besucher. So hält es seit 2014 auch der Förderverein Schloss Ampfurth. Und wie Achim Röttger rückblickend auf das vergangene Jahr meint, seien die sieben Öffnungstage im Verlauf der Monate zunehmend mehr von Besuchern angenommen worden. "Vor allem der Tag des offenen Denkmals im September war ein voller Erfolg. Wir waren schon erstaunt, wo die Leute, im Schnitt waren es 30 bis 40 Männer, Frauen und Kinder, überall herkamen, längst nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung. Gern haben die Besucher Kaffee und Kuchen angenommen, sich in der Telegrafenstube über die optische Telegrafie informiert und natürlich die herrliche Aussicht weit über die Magdeburger Börde genossen", berichtet Achim Röttger.

Auch 2015 werden die Öffnungstage beibehalten und ab April können Besucher wieder die zahlreichen Treppenstufen hinaufsteigen.

Im Treppenaufgang wird weiter gemalert

Nach der Wiederherstellung des sicheren Aufganges in die Telegrafenstube 2013 legten die Vereinsmitglieder im Jahr 2014 weiter Hand an und leisteten etliche Arbeitsstunden im Turm und auf dem Burghof. So wurden zwei Etagen im Treppenhaus gemalert und mit Hilfe des "alten" Malermeisters Rainer Hellmann die Telegrafenstube im Farbton "grüne Erde" angestrichen. "Wir werden in diesem Jahr uns im Treppenhaus weiter nach unten arbeiten und weitere Etagen anstreichen", berichtet Achim Röttger. Zudem wolle der Förderverein die Telegrafenstube mit weiterem Bildmaterial über die optische Telegrafenlinie vervollständigen.

Während eines Arbeitsein-satzes im Mai wurde der Hof auf Vordermann gebracht und das Dach der Bühne, welche sich im Burghof befindet, abgerissen und von den Mitgliedern des Fördervereins erneuert. Erste Nutznießer der neuen Bühne waren die Karnevalisten der Region, die im Juni den 40. Geburtstag des Ampfurther Karnevalvereins "ACC 74" feierten. Auf der Bühne wird alljährlich auch das Weihnachtsmärchen aufgeführt. "2015 werden wir Restarbeiten an der Bühne erledigen", berichtet Achim Röttger.

Zum Ensemble der Ampfurther Burg oder Schlosses gehört neben dem Burghof, dem Burgturm auch der Stierstall. Dieser wurde bislang für Veranstaltungen genutzt. "Unter dem Gesichtspunkt, dass wir keine Gaststätte und damit keinen Saal mehr haben, wollen wir als Förderverein ein neues Projekt in Angriff nehmen und den Stierstall sanieren. Dafür müssen wir zunächst das Mauerwerk freilegen und schauen, wie weit der Salpeter fortgeschritten ist, ob es möglich ist, die alten Bruchsteine zu verfugen. Uns ist klar, dass es eine aufwändige Sache ist, doch wir wollen es trotzdem anpacken", meint Achim Röttger.

Problem mit den Toiletten lösen

Der Stierstall solle das kulturelle Zentrum des Dorfes werden. Doch ehe es soweit ist, müsse ein weiteres wichtiges Problem geklärt werden. "Wo können Toiletten installiert werden? Was kostet der Bau? Woher bekommen wir das nötige Geld? Diese Fragen müssen wir klären", so der Vereinschef.

Der Förderverein Schloss Ampfurth hat also auch 2015 viel vor und dazu gehören nicht nur die Öffnungssonntage, sondern auch das Burgfest, welches am 6. September gefeiert werden soll. Zudem wird der Verein weiter in der Interessengemeinschaft Optische Telegrafie mitmischen. Und diese Gemeinschaft wolle sich verstärkt der Realisierung des Telegrafenradweges widmen.

 

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