Der DRK-Kreisverband Wanzleben hat mit der Ausschüttung seiner jüngsten Weihnachtsspendensammlung auch das 23. Jahr in Folge Grund zur Freude. Denn mit einem Spitzen-Ergebnis von 28756,64 Euro machte Schirmherrin Gabriele Brakebusch ihre sportliche Ankündigung, die Vorjahressumme in Höhe von rund 26000 Euro toppen zu wollen, wahr.

Wanzleben l Die Hände kalt, der Puls höher als gewöhnlich - jetzt hilft nur noch Daumendrücken gegen die Nervosität. Kreistagsvorsitzende Gabiele Brakebusch wartet beim DRK-Kreisverband Wanzleben gespannt auf das Ergebniss der 23. Weihnachtsspendensammlung. Ihr Gefühl kommt nicht von ungefähr. Schließlich hatte sie als Schirmherrin der jüngsten Spendenaktion kurz vor dem Startschuss kühn und hoch motiviert behauptet, das Vorjahresergebnis von rund 26000 Euro übertrumpfen zu wollen.

Bei der Verkündung lässt es sich Kreisverbandsgeschäftsführer Guido Fellgiebel nicht nehmen, einen kleinen Spannungsbogen aufzubauen. "Es kommt ja nicht auf die Höhe der Summe an, sondern darauf wo wir das gesammelte Geld wie einsetzen", meint er.

Das Ziel der Schirmherrin: 26000-Euro-Hürde nehmen

Nach einem kurzen letzten und prüfenden Blick in die ausgedruckte Statistik lässt er dann endlich die Katze aus dem Sack: "Bei der jüngsten Aktion sind von der Bevölkerung stolze 28756,64 Euro gespendet worden. Damit konnte das Vorjahresergebnis in Höhe von knapp 26000 Euro erfolgreich um genau 2840,63 Euro getoppt werden."

Schirmherrin Gabriele Brakebusch reißt vor Freude die Arme in die Luft, zeigt sich erleichtert und glücklich zugleich. "Ich hab es zwar gehofft, aber sicher war ich mir nicht", räumt sie ein. Nachdem sie kurz vor dem Auftakt ihr sportliches Ziel die 26000-Euro-Marke knacken zu wollen verkündet hatte, habe sie mit Beginn der zehntägigen Spendenaktion schnell gemerkt, welcher Aufwand dahinter steckt, um die Spendenbüchse klingeln zu lassen.

"Mein allerhöchster Respekt gilt deshalb allen Helfern, die vom 5. bis 14. Dezember in den Orten von Haustür zu Haustür gegangen sind, um für die sozialen Projekte der Rot-Kreuz-Arbeit Spenden zu sammeln", betont die Politikerin, die wie sie selbst sagt, auf jedem ihrer Termine den Spendenhut reihum gehen ließ.

Innenminister Holger Stahlknecht ließ sie sogar das Portemonnaie aus dessen gepanzerter Limousine holen. Er zückte 50 Euro. Zudem setzte sich auf das altbewährte Mittel des Spendenbriefs, den sie an Betriebe und Landwirte verschickte. Das brachte 3855 Euro ein.

Mit der Verkündung des Gesamtergebnisses steht schon jetzt fest, dass an die Ortsvereine 6000 Euro fließen werden. 14 Ortsvereine und Gemeinschaften hatten 18907 Euro sammeln können. "Das sind zwar im Vergleich zum Vorjahr knapp 1000 Euro weniger. Das liegt aber daran, dass der Vorsitz der Domersleber Gruppe seit November nicht besetzt ist und die Spenden aus dem Ort mit in das Ergebnis der Einzelsammler geflossen sind", erklärt Guido Fellgiebel.

Wie hoch der Spendenanteil für das Soziale Zentrum "Alter Bahnhof" in Wanzleben sowie für die Angebote im Sülzetal ausfallen wird, stehe im Detail noch nicht fest. "Der Vorstand hat sich bis März zu positionieren, wie wir im Sülzetal weiter verfahren werden. Es gilt ein Konzept zu entwickeln, damit hier möglichst viel erhalten bleibt", merkt Fellgiebel an.

Das Geheimnis der fleißigsten Sammler

Jeder gesammelte Euro ist in den sogenannten Spendenlisten dokumentiert. "Etwa 300 Listen sind bei uns eingegangen", berichtet Fellgiebel, der stellvertretend für alle unermüdlichen Sammler die beiden fleißigsten nannte. Margot Mahlfeld vom Ortsverein Seehausen und Waltraud Sauer vom Ortsverein Eilsleben reichten jeweils drei Spendensammellisten ein. "Allein Frau Mahlfeld hat in den zehn Tagen 176 Bürger um eine Spende gebeten", weiß Sabine Tacke von der Buchhaltung. Wie viel jedoch beide im einzelnen eingenommen haben, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Denn wer das Rennen um den Titel "Beste Sammlerin" machen wird, soll erst bei der Auszeichnungsveranstaltung im Oktober bekannt gegeben werden.

Bei der Statistik der Ortsvereine haben die Eilsleber die Nase vorn. Die Mitglieder sammelten insgesamt 2752,20 Euro. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Ortsverein Osterweddingen (2650,70 Euro) und der Ortsverein Wanzleben (2157,90), dicht dahinter die Wormsdorfer (1981,75 Euro) und Klein Wanzleber (1878 Euro).

Von den gesammelten Spenden soll auch der Aufbau von weiteren Nachwuchssanitäter-Gruppen unterstützt werden. "Ab diesem Jahr wollen wir erstmals eine Erste-Hilfe-Kita-Gruppe ins Leben rufen, um den Kindern den Übergang in den Schulsanitätsdienst zu ebnen", erklärt Carolin Sauer als Koordinatorin der Kinder- und Jugendarbeit. Aktuell gibt es im Kreisverbandsgebiet Wanzleben an sieben Schulen Sanitätsdienst-Teams.

Teil der Spenden fließt in das Seniorensport-Angebot

Auch für die Ausbildung von insgesamt vier Gymnastik-Kursleitern, die nach ihrer Qualifikation unter dem Motto "Gemeinsam und fit ins Alter" Seniorensportgruppen in den Begegnungsstätten betreuen sollen, hat das DRK Geld eingeplant. Für jede einzelne Ausbildung 420 Euro. "Wer sich für diesen Übungsleiter-Lehrgang interessiert, kann sich noch bis zum 31. Januar bei uns bewerben", startet Geschäftsführer Guido Fellgiebel einen Anruf.