Eigentlich möchte die Stadt Gröningen in diesem Jahr ihr Rathaus sanieren. Dazu muss aber die Verwaltung des Verbandsgemeinderates für etliche Monate ausziehen. Das steht jetzt jedoch in Frage, weil das Umzugsgeld dafür aufgrund des fehlenden Verbandsgemeinde-Haushaltsplanes derzeit nicht zur Verfügung steht.

Gröningen l "Im laufenden Betrieb ist es nicht möglich, das Gröninger Rathaus zu sanieren", hat Ines Philipp während der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates der Westlichen Börde mitgeteilt. Die Bauamtsleiterin der Verbandsgemeinde hatte damit im letzten Tagesordnungspunkt der Sitzung auf eine Anfrage von Klaus Mager reagiert. Der Vorsitzende der Fraktion "UWG/CDU Ausleben" wollte mehr zu den Gröninger Rathaus-Sanierungs- und den damit verbundenen Verwaltungs-Umzugs-Plänen wissen.

Das historische Gebäude ist 230 Jahre alt

Und so haben Klaus Mager sowie alle anderen Mitglieder des Verbandsgemeinderates in dieser Sitzung von Ines Philipp unter anderem erfahren, dass das Gröninger Rathaus 230 Jahre alt ist. Wie sie auch erfahren haben, dass für das Fachwerk dieses Gebäudes seinerzeit Nadelholz und nicht etwa Eichenholz verwendet worden ist. "Das war und ist eigentlich nicht üblich und erfordert nun, dass das ganze Fachwerk dieses Kulturdenkmals vom Dach bis zum ersten Obergeschoss erneuert werden muss", so Ines Philipp.

Und das in absehbarer Zeit. Denn nachdem die ersten Sanierungsversuche unternommen worden sind und dabei das ganze Ausmaß der Schäden zu Tage getreten war, habe ein Statiker fünf Jahre Zeit für eine Instandsetzung des Gebäudes gegeben. "Wir befinden uns inzwischen im dritten Jahr und müssen das Problem nun endlich lösen", so Ines Philipp.

Weshalb sich die Stadt Gröningen, der das Rathaus gehört und die es der Verbandsgemeinde als Verwaltungssitz vermietet, in diesem Jahr auch finanziell auf die mehr als eine halbe Million Euro teure Sanierung des Rathauses konzentriert hat. Ganz genau sind 520000 Euro für die Sanierung erforderlich, von denen 200000 Euro nicht förderfähig sind. Die deshalb auch voll und ganz im Gröninger Haushaltsplan 2015 stehen. Bleiben noch 320000 Euro. Die sind förderfähig. Und zwar werden 66 Prozent, sprich gut 210000 Euro aus Magdeburg erwartet. Die restlichen 110000 Euro stehen wiederum im Gröninger Haushaltsplan. Der aber trotzdem ausgeglichen ist und deshalb Kämmerin Jutta Oberhack schon im Dezember des vergangenen Jahres gegenüber Volksstimme davon ausgegangen war, dass dieser Gröninger Etat 2015 auch mit allen geplanten Ausgaben für die Sanierung des Rathauses von der Kommunalaufsicht des Landkreises genehmigt wird.

Doch fehlen für das gesamte Projekt nun noch die 38000 Euro, die die Verbandsgemeinde für den zwischenzeitlichen Auszug der Verwaltung in die frühere Sekundarschule benötigt. Dieses Geld steht noch nicht zur Verfügung, weil der Haushaltsplan-Entwurf der Verbandsgemeinde am 8. Januar mit einem Stimmenverhältnis von zehn zu zehn nicht angenommen worden ist.

Im zweiten Halbjahr sollte der Umzug erfolgen

Wie Ines Philipp zudem in der Ratssitzung mitteilte, sei geplant gewesen, jetzt mit den Vorbereitungen des Umzugs zu beginnen, der im zweiten Halbjahr über die Bühne gehen sollte. Im nächsten Jahr sollte dann nach erfolgter Rathaus-Sanierung der Rückzug erfolgen. Die dafür erforderlichen 28000 Euro stehen im Entwurf des Finanzplanes der Verbandsgemeinde. Doch das alles sei nun erst einmal nicht möglich, weil das Geld für die Umzugskosten aufgrund des fehlenden Haushaltsplanes nicht zur Verfügung stehe, so Ines Philipp in der Verbandsgemeinderatssitzung.