Muss das älteste Eilsleber Gemäuer doch wieder beerdigt werden? Nach derzeitiger Lage, ja. Die bange Bärburg-Frage dreht sich um die Überdachung der freigelegten Vestenreste. Es hapert an der Finanzierung. Der Heimatverein "Oberes Allertal" hat nun einen Spendenaufruf gestartet.

Eilsleben l Ohne Dach müsste die in unzähligen Stunden mühsamer Arbeit freigelegte Grabungsstelle wieder zugeschoben werden. "Alle Bemühungen der letzten zwei, drei Jahre wären dann fast umsonst gewesen", sagt der Eilsleber Denkmalpfleger und Heimatvereinsvorsitzende Günter Wagener. Für ihn bedeutet die geheimnisvolle Bärburg schon seit den 1960er Jahren eine Art Lebensaufgabe mit dem Ziel, den "Bodenschatz" öffentlich zugänglich zu machen. Aber die archäologische Sicherung habe Priorität.

Das Gemäuer der Bärburg, über 800 Jahre alt, 1206 zerstört, wurde seit Sommer 2012 freigelegt und von Experten begutachtet. So hatte Archäologe Christoph Rinne von der Universität Kiel mit einer Studentengruppe die Fundamente untersucht, Daten erfasst, Fundstücke zur Altersbestimmung gesammelt und ein computergestütztes Lagemodell erstellt. Mehr als drei Meter tief hatte sich Rinnes Team ins Erdreich gegraben, schabte sich rund um das steinerne Rudiment und konnte nach fünftägiger Arbeit durchaus vorzeigbare Ergebnisse verkünden. "Wir haben wahrscheinlich die exakte Grenze zwischen Fundament und aufgehendem Bauwerk gefunden und teilweise aufgedeckt", sagte Rinne damals zur Volksstimme.

In der Folgezeit weiteten zahlreiche Vereinshelfer die Grabungen aus und trafen sich regelmäßig Sekundarschüler im Geschichtskurs am historischen Gemäuer, um es vom Erdreich zu befreien. Beim Heimatverein keimte die Hoffnung auf, der lang gehegte Wunsch, das Areal vorzeigbar herzurichten, könne in Erfüllung gehen. Das Landesmuseum in Halle gab sein Einverständnis unter der Bedingung einer die Grundfesten schützenden Überdachung.

So wandten sich der Verein an die Sparkassenstiftung und beantragte eine Förderung für ein 160 Quadratmeter großes, durchsichtiges Flachdach, Kostenpunkt: etwa 9000 Euro. "Wir waren eigentlich sehr zuversichtlich, dass uns die Unterstützung gewährt wird", sagt Günter Wagener, "doch jetzt kam eine Absage." Damit stehe die Bärburg buchstäblich wieder vor der Beerdigung.

Der Heimatverein sieht in dem nun gestarteten Spendenaufruf die letzte Chance, den nötigen Betrag zu decken. Jeder noch so kleine Beitrag sei willkommen, um die Bärburg doch noch ins Blickfeld interessierter Bürger rücken zu können.

 

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