In Ummendorf regt sich Initiative, um sich auf veränderte und sich verändernde Lebensansprüche einzustellen. Hintergrund ist die Altersstruktur mit dem wachsenden Seniorenanteil. Ziel der Gemeinde ist es, seniorengerechtes Wohnen und Leben im Ort zu fördern und selbst Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Ummendorf l Aus den Vorbetrachtungen zu den aktuell zwei konkreten Projekten ist eines deutlich geworden, sagt Bürgermeister Reinhard Falke: "Unsere Einwohnerzahl stagniert seit Jahren bei etwa tausend, manchmal war sie auch leicht rückläufig, aber der Altersschnitt steigt - und damit auch der Wunsch nach entsprechenden Leistungen. Dem wollen wir uns stellen." Erklärtes Bestreben sei es, Wegzug durch mehr Lebensqualität zu verhindern. Speziell für Senioren sollen "neue Anreize" geschaffen werden, "dafür nehmen wir auch sehr viel Geld in die Hand", so Falke.

100.000 Euro, zu 80 Prozent vom Land gefördert, stünden für eine fachliche Konzeptentwicklung zur Verfügung. Dies sei der erste Schritt zur Realisierung, die im zweiten mit Hilfe von Privatinvestoren und weiteren "lukrativen kommunalen F.ördermöglichkeiten" erfolgen soll. Die Gemeinde als Projektträgerin legt 10000 Euro hinzu, ebensoviel wie Landwirt Klaus Kather (Deumeland-Kather GbR), der damit die Pläne für die Einrichtung einer Pflegewohngemeinschaft in der Schäferstraße vorantreibt. Zusätzlich gibt die Agrargenossenschaft 6000 Euro für eine wissenschaftliche Begleitung des Gemeindeprojekts "Multiples Haus" durch die Hochschule Magdeburg.

Zwei Dinge seien dabei voneinander zu trennen, betont Falke: "Einerseits die privatwirtschaftliche Initiative von Klaus Kather, für die die Gemeinde lediglich die Rahmenbedingungen wie Straßen- und Gehwegausbau schafft. Und andererseits das Multiple Haus, mit dem die Gemeinde eine Art Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt verfolgt." Auf der Suche nach Fördermöglichkeiten für die Kather-Idee habe man im vorigen Jahr "im Landesministerium den entscheidenden Hinweis bekommen, worauf sich künftig die Förderungen fokussieren".

Multiples Haus bedeute, man schafft einen zentralen Ort für Dienstleistung und Nachbarschaft, der von verschiedenen, mitunter täglich wechselnden Institutionen belebt, also vielfältig genutzt wird. Die fehlende Mobilität der Anwohner werde durch den zentralen Anlaufpunkt und mit der Mobilität der Dienstleister ersetzt.

"Montags kommt der Arzt, dienstags berät die Sparkasse, mittwochs behandelt der Physiotherapeut, donnerstags ist der Friseur da, und freitags werden Lebensmittel verkauft", gibt Falke ein denkbares Beispiel und ergänzt: "Das alles soll vertieft und abgeklopft werden - gemeinsam mit den Bürgern und möglichen Partnern. Deshalb laden wir alle Interessierten für Dienstag zum Workshop ein, bei dem wir eingehend über unsere Idee informieren sowie Wünsche und Vorschläge erarbeiten werden." Man habe auch schon eine favorisierte Immobilie für das Multiple Haus im Auge.