Auf einem Betriebsgelände in Oschersleben stand am Samstagabend ein Lkw samt seiner Ladung in Flammen. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf Nachbargebäude verhindern. Nun ermittelt die Kriminalpolizei.

Oschersleben l Es ist Sonnabend gegen 21.30 Uhr, als die Pieper bei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Oschersleben schrillen. Als Grund für den Alarm wird Rauchentwicklung auf einem Betriebsgelände hinter dem NP-Markt im Schermcker Winkel angegeben. Nur kurze Zeit später verlassen acht Kameraden im Einsatzleitwagen sowie im Tanklöschfahrzeug unter Blaulicht und Martinshorn das Feuerwehrgerätehaus in der Hornhäuser Straße. Nach weiteren zwei Minuten kommen die Einsatzkräfte am Ort des Geschehens an. "Schon während der Anfahrt haben wir Flammen neben einer Lagerhalle gesichtet und daraufhin die gesamte Ortsfeuerwehr alarmiert", erinnert sich Feuerwehrsprecher Andreas Ehrhardt später.

Sofort wird der Brandherd ausgemacht: Ein Lastkraftwagen einer Oschersleber Veranstaltungs-Agentur steht lichterloh in Flammen. Doch nicht nur das: Das starke Feuer droht auf die Hallen überzugreifen, zwischen denen das Fahrzeug am Morgen abgestellt worden war.

Sofort beginnen die Feuerwehrmänner, alles für den Löschangriff vorzubereiten. Mittlerweile sind weitere 13 Kameraden mit drei Fahrzeugen am Einsatzort angekommen, um zu unterstützen. Schläuche werden entrollt, Gerätschaften aufgebaut und alles miteinander verbunden. Dabei muss die Wasserversorgung von einem Hydranten an der Ecke Umgehungsstraße/Schermcker Straße bis zum innen liegenden Grundstück aufgebaut werden. Jeder Handgriff sitzt und schon wenig später ist die Schnellangriffseinrichtung aufgebaut. Nun kann mit dem Löschangriff begonnen werden. Dabei kämpfen die Einsatzkräfte unter Atemschutz gegen die heißen Flammen an. Jens Bittner, der Besitzer des Lkw, ist nun ebenfalls vor Ort und versorgt die Kräfte mit Getränken.

Nach zwei Stunden ist der Einsatz beendet. "Ein Übergreifen der Flammen auf eine Halle konnte buchstäblich in letzter Sekunde verhindert werden", berichtet Ehrhardt weiter. Das Feuer hätte bereits ein Holztor erreicht. "Glücklicherweise waren wir rechtzeitig zur Stelle", betont der Sprecher.

Rund 8000 Liter Wasser und etwa 100 Liter Schaum seien benötigt worden, um das Feuer zu löschen. Insgesamt waren vier Trupps im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen.

"Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden", sagt der Sprecher des Polizeireviers Börde in Haldensleben, Joachim Albrecht, am Montag gegenüber der Volksstimme. Er schätzt die Schadenshöhe auf rund 50000 Euro ein.

"Uns fehlt jetzt ein großer Teil an Equipment", gibt der sichtlich betroffene Inhaber der Event-Agentur, Jens Bittner, gegenüber der Volksstimme zu. Seine in den nächsten Wochen geplanten Veranstaltungen seien jedoch gesichert. "Glücklicherweise haben wir noch Ausrüstung im Lager", erzählt der Unternehmenschef.

Gleichzeitig zeigt sich Bittner dankbar, dass die Feuerwehr Schlimmeres verhindern konnte. "Glücklicherweise ist das Hallentor nur leicht angebrannt. Hätten die Flammen auch noch auf die Halle übergegriffen, wäre der Schaden deutlich höher gewesen", ist er sich sicher.

Nun komme einen ganzer Haufen Arbeit auf ihn und seine Mitarbeiter zu. "Schön ist anders", sagt Bittner und hofft, dass die Versicherung für den Schaden aufkommt. Dass er die Einsatzkräfte mit Getränken versorgte, sei für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen. "Die setzen ihre Gesundheit auf`s Spiel, um mein Hab und Gut zu retten. Da ist es doch eine Kleinigkeit, die Jungs bestmöglich bei ihrer Arbeit zu unterstützen", meint der Unternehmer.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hilfe. Hinweise nimmt jede Dienststelle entgegen.