Der DRK-Kreisverband Wanzleben hat zwei seiner langjährigsten Kameradinnen als Erste-Hilfe-Ausbilder aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Ingrid Siedentopf und Renate Schmücking haben seit 1991 hunderte Kurse gegeben und tausende Ersthelfer ausgebildet. Doch ans Aufhören denken die 70-jährigen Rotkreuzlerinnen noch lange nicht.

Wanzleben l Ingrid Siedentopf und Renate Schmücking gehören sowohl beim DRK-Kreisverband Wanzleben als auch in Sachsen-Anhalt zu den Erste-Hilfe-Ausbildern "der ersten Stunde". Denn beide hatten sich bereits Anfang 1991 erfolgreich zur Lehrkraft ausbilden lassen. Damals noch unter der Regie des DRK-Landesverbandes Nordrhein. Seither haben sie hunderte Kurse geleitet und dabei Tausende in Erster-Hilfe unterrichtet.

Die beiden 70-Jährigen sind am Wochenende feierlich in Wanzleben im Rahmen des Lehrkräftetreffens aus dem aktiven Erste-Hilfe-Dienst verabschiedet worden. "Und zwar mit einem weinenden und einem lachenden Auge", merkte DRK-Mitarbeiter Stephan Dill an. Für seine beiden "alten Hasen" gab es Blumen, Süßes und einen duften Parfümerie-Gutschein. "Ihr gehört zu unseren Koryphäen. Die Lücken die ihr in unseren Seminarreihen hinterlassen werdet, werden sich nur schwer schließen lassen."

Glücklicherweise bleibt das Duo den Rotkreuzlern auch weiterhin erhalten. Nicht nur als Mitglieder im geschäftsführenden Kreisvorstand, sondern auch als ehrenamtliche Zugpferde in den Ortsverbänden und der Jugendrotkreuzarbeit. Ingrid Siedentopf hat als Vorsitzende des Wormsdorfer Ortsvereins gemeinsam mit ihrem Team auch schon die nächste Wettkampfplanung für die jungen Sanitätergruppen auf dem Zettel. "Vielleicht schaffen wir es ja wieder uns für den Wettstreit auf Bundesebene zu qualifizieren", zeigt sich die Wormsdorferin gewohnt optimistisch. Auch Renate Schmücking bekleidet und genießt als ehemals langjährige Ortsvereinsvorsitzende in Langenweddingen einen festen Platz in der Jugendrotkreuzarbeit. "Ich werde außerdem auch weiterhin Rotkreuz-Einführungsseminare geben. Solange ich das noch kann, möchte ich dieser Aufgabe auch nachkommen", betont die Langenweddingerin.

Mit der Verabschiedung der beiden Kräfte aus dem aktiven Erste-Hilfe-Lehrgangsdienst konnte am Sonnabend auch, mit einem "lachenden Auge" wie Dill eingangs seiner Rede meinte, ein Neuzugang in den Ausbilderreihen begrüßt werden. Annika Zeckert (23) aus Egeln und Mitarbeiterin der DRK-Sozialstation beginnt ihren Kurs bereits Ende Februar. Ihre Lehrschein-Prüfung steht für Mitte Mai an. Mit ihr wird das ehrenamtliche Lehrgangsteam des DRK-Kreisverbandes in Wanzleben dann elf Mitglieder zählen.

Kurse werden vereinfacht

Die eingespielte Truppe schulte allein im Vorjahr im Rahmen von 218 Erste-Hilfe-Kursen rund 2600 Teilnehmer, zählt Ausbildungsbeauftragte Juana Nebauer auf. "Für uns als kleinen Kreisverband ist das eine ganze Menge", merkt Stephan Dill an. Allein Kursleiter Jens Fröhlich gab 2014 84 Kurse. Er ist damit unangefochtener Spitzenreiter. Auf Rang zwei kam Heike Astalosch aus Hohendodeleben. Sie leitete 37 Lehrgänge. Während sich jeder Kurs bislang über zwei Tage zog, soll sich dieser Zeitaspekt mit der bundesweiten Novellierung des Erste-Hilfe-Kursmodells ab dem 1. April ändern. "Die Kurseinheit wird von bislang zwei Tagen auf einen gekürzt", erklärte Christian Hensel als Instruktor des Landesverbandes den Lehrkräften in der Wanzleber DRK-Kreisgeschäftsstelle, die sich hier traditionell zweimal im Jahr zur Fort- und Weiterbildung treffen. "Ziel des neuen Modells ist, die Erste-Hilfe-Ausbildung für die Bevölkerung zu vereinfachen und praxisorientierter zu gestalten. Sie fokussiert sich zukünftig auf die Vermittlung der lebensrettenden und einfacher Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie grundsätzlicher Handlungsstrategien", informierte Hensel.

   

Bilder