Kroppenstedt l Es war kurz nach 16 Uhr als in Kroppenstedt die Sirenen heulten. Das Heulen war zugleich das Startsignal für den Umzug der Feuerwehr in das neue Gerätehaus. Jugendwehr, aktive Feuerwehrleute, die Alters- und Ehrenabteilung und die Verbandsgemeindebürgermeisterin Ines Becker hatten sich im alten Gerätehaus versammelt. Vor allem die älteren Feuerwehrmitglieder dachten in diesem Moment auch mit ein bisschen Wehmut an die Zeit in diesem alten Gerätehaus, wo sie selbst beim Umbau vor gut 40 Jahren mit angepackt haben.

Und doch entsprach das alte Domizil längst nicht mehr den Anforderungen der Feuerwehrunfallkasse. Das schwierige Ausparken über den Hof eines Gehöftes sorgte zudem für schlechte Ausrückezeiten. Viele Jahre haben die Kroppenstedter Feuerwehrleute einen Kampf um ein neues Gerätehaus geführt.

Mit dem Geheul der Sirenen öffneten die Kroppenstedter Brandbekämpfer nun ein letztes Mal die großen Tore und fuhren die Einsatzfahrzeuge über den Hof durch die enge Toreinfahrt auf die Straße. Dort schauten viele Kroppenstedter dieser letzten Ausfahrt zu. Unter den Klängen der Hordorfer Feuerwehrkapelle formierte sich der Zug durch die Stadt zum neuen Gerätehaus.

Dort angekommen, erlebten die Kroppenstedter mit dem Öffnen der großen Rolltore, wie einfach hier das Einparken der Einsatzfahrzeuge ist. Schließlich übergab Ines Becker an den amtierenden Wehrleiter Ralf Lange offiziell den Schlüssel für das Gerätehaus und damit war auch die Bevölkerung eingeladen, sich in dem neuen Gebäude umzuschauen.

Und davon machten die Kroppenstedter regen Gebrauch, schauten in die große Fahrzeughalle, hinter der sich ein Lagerraum befindet, und in die Umkleidekabinen samt Sanitärräume. Die Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen verfügen nun über einen modernen Schulungsraum mit integrierter kleiner Küche, es gibt ein Büro für die Wehrleitung und auch die Jugendwehr hat ihr Reich im neuen Gebäude in Beschlag genommen.

Bürgermeister Joachim Willamowski hatte zur offiziellen Übergabe der Wehr ein kleines Geschenk mitgebracht - ein Bild von Kroppenstedt.

Im April des vergangenen Jahres wurde nach langer Suche nach einem passenden Grundstück, das schließlich auf dem Gelände des Schützenvereins gefunden war, mit dem Bau des neuen Gerätehauses begonnen. Am 15. Juli wurde Richtfest gefeiert. Nach Problemen mit der Feuchtigkeit im neuen Gebäude verzögerte sich Fertigstellung um knapp drei Monate. Für rund 670000 Euro entstand der Neubau, der ohne Fördermittel finanziert werden musste.

   

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