Der Insolvenzverwalter der Wanzleber Stadtwerke hat einen Verkauf des Unternehmens für spätestens Anfang April angekündigt. Genügend Investoren hätten ihr Kaufinteresse bekundet und ein Angebot abgegeben. Der Stadtrat hatte eine weitere Gesellschafterbeteiligung am bislang 100-prozentigen Tochterunternehmen per Beschluss abgelehnt.

Wanzleben l Ross und Reiter was den Verkauf und die Zukunft der Wanzleber Stadtwerke betrifft, könne Insolvenzverwalter Prof. Lucas Flöther zwar aus Gründen der Verschwiegenheitspflicht zwar noch nicht benennen, gegenüber der Volksstimme kündigte er aber an: "Mehrere namhafte Investoren, die über das nötige Kapital verfügen, haben mir gegenüber ihr Kaufangebot abgegeben. Den fixen Zuschlag erwarte ich für Ende März, Anfang April."

Das Unternehmen sei nur "in einem Block" zu erwerben, merkte er an. "Diese Variante ist die einzig, realistische Lösung."

Seitdem der Wanzleber Stadtrat Anfang des Jahres erneut mehrheitlich eine weitere Beteiligung als Gesellschafterin an der insolventen Wanzleber Stadtwerke GmbH abgelehnt hatte, prüft der Insolvenzverwalter sämtliche Angebote, um die Gläubigerinteressen zu befriedigen und das bestmögliche Konzept zu finden, dass den Stadtwerken Wanzleben eine langfristige Perspektive bietet.

Die Gläubiger, darunter die Volksbank Börde-Bernburg als Hauptgläubigerin, hatten sich Anfang Dezember vor dem Magdeburger Amtsgericht getroffen und darauf verständigt, den Stadtrat ein zweites Mal und damit endgültig über die Gesellschafter-Frage entscheiden lassen zu wollen.

Und das, obwohl sich das Stadtparlament bereits im Oktober für einen Rückzug aus dem Energieunternehmen ausgesprochen hatte.

"Der Geschäftsbetrieb soll auch nach dem Verkauf wie gehabt weiter geführt werden", betont Prof. Lucas Flöther.

"Und auch die Kunden werden von dem Verkauf erst einmal nicht viel mitbekommen. Denn der Käufer übernimmt auch alle Kundenverträge", erklärt der Jurist.

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens habe es zur Preisangleichung bislang eine Kostensteigerung gegeben.

"Die Preise für die Einzelabnehmer waren im Herbst um 1,5 Cent netto pro Kilowattstunde erhöht worden. Zudem wurde ein neuer Preisbestandteil eingeführt, der Verrechnungspreis. Hier sind die Auswirkungen aber individuell unterschiedlich", erklärt der Experte.

Die Stadtwerke versorgen Dreiviertel des Wanzleber Stadtgebietes mit der Fernwärme. Dazu zählen auch alle kommunalen Einrichtungen wie die Schule, Kindertagesstätte, das Rathaus und die Feuerwehr.

Auch die acht noch im Stadtwerke-Unternehmen verbliebenen Mitarbeiter werden mit dem Verkauf übernommen, berichtet Flöther.

Die Stadtwerke GmbH, eine bislang 100-prozentige Tochter der Stadt, hatte Anfang Oktober vergangenen Jahres Insolvenz anmelden müssen. Den Zeitrahmen von der Verfahrenseröffnung bis zur der aktuell geführten heißen Verkaufsverhandlungsphase bezeichnet Lucas Flöther selbst als "sportlichen Zeitraum".

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